Barsberge l Besucher, die es Montagnachmittag auf den Parkplatz Barsberge verschlug, sahen sich fast 50 Grünröcken (die meisten Revierförster) gegenüber, die das 2017er Treffen der vier Forstämter des nördlichen Sachsen-Anhalts Revue passieren ließen. Der Erfahrungsausstausch zwischen den Forstämtern Elb-Havel-Winkel, Letzlingen, Westliche Altmark und Nörd-Östliche Altmark, hat inzwischen Tradition. Letztere Institution unter der Leitung von Katja Doege war in diesem Jahr Gastgeber.

Den theoretischen Teil absolvierten die Teilnehmer, unter die sich einmal mehr das Forstliche Bildungszentrum Magdeburgerforth gemischt hatte, im Kinder- und Jugend-Erholungszentrum (KiEZ) Arendsee. Da bekamen die Verantwortlichen zum Beispiel die Gelegenheit, ihre Zahlen des Vorjahres zu Einschlag, Aufforstung und sonstigen waldbaulichen Maßnahmen vorzustellen. Insgesamt wurden in den vier Forstämtern übrigens 231 788 Festmeter Holz geerntet und 273 Hektar in Kommunal- und Privatwäldern aufgeforstet. Thema war auch der Kampf gegen Krankheiten und Schädlinge, der von Amt zu Amt mit unterschiedlichen Schwerpunkten erfolgt. Auf den rund 18 000 Hektar, für die das Betreuungsforstamt Nord-Östliche Altmark vertraglich gebunden ist, haben die Waldbauern derzeit bekanntlich vor allem mit dem Eschentriebsterben oder dem Eichenprozessionsspinner zu tun. Auch das Bildungszentrum präsentierte seine 2016er Bilanz zur überbetrieblichen Ausbildung von Lehrlingen oder zur Fortbildung, zu der unter anderem auch Kettensägelehrgänge für Privatleute gehören.

Für den praktischen Teil ging es in den Seehäuser Stadtforst auf Barsberge und damit ins Revier von Thomas Schroeder, der viel erklären musste. Schwerpunkt war unter anderem ein FFH-Gebiet in den Rossower Bergen mit einem bodensauren Eichenwald, der als besonders schützenswert gilt.

Sozusagen als Gastgeber stieß später der Seehäuser Bürgermeister Detlef Neumann zur Truppe, der immerhin 861 Hektar Kommunalwald unter sich hat. Das Stadtoberhaupt nutzte die Gelegenheit, für das nächste Waldfest 2018 zu werben, das alle zwei Jahre viele Besucher nach Barsberge lockt. Nach einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee im Grünen trennten sich die Forstleute.