Seehausen l Die vor rund 120 Jahren gegründete Konservenfabrik „zierte“ Seehausen in ihren letzten Jahren vor allem als Ruine. Bis die Liegenschaft, die sich entlang der Arendseer Straße in vier Parzellen vom Umfluter über die Fabrikstraße bis zur Mühlenstraße erstreckt, 2017 bei der Zwangsversteigerung von einer Seehäuser Gesellschaft erworben wurde.

Dem Abriss der alten Fabrik-, Lager- und Verwaltungsgebäude folgte zügig die angekündigte Investition. Erst die mit der Sozialstation kombinierte Seniorentagespflege für das DRK „Östliche Altmark“ und dann die Wohnbebauung. Auf der anderen Seite der Fabrikstraße wollen Projektplaner Karl-Heinz Ziebarth und Bauunternehmer Matthias Goltz jetzt erneut barrierefreien Wohnraum schaffen.

Bauantrag noch 2020

Noch in diesem Jahr wird der Bauantrag auf den Weg gebracht. Möglichst im Frühjahr sollen die Bauarbeiten für die vier neuen Wohneinheiten starten, die sich optisch an den ersten beiden Projekten orientieren sollen. Eigentlich wäre auf der Fläche Platz für sechs gewesen, so Ziebarth im Gespräch mit der Volksstimme. Aber da habe das kreisliche Ordnungsamt nicht mitgespielt. Mit einem Bebauungsplan wäre das Vorhaben an der Stelle durchaus möglich gewesen, aber den gebe es leider nicht. Das Papier in Eigenregie zu erstellen, davor schreckten die Investoren zurück, weil das den Gesamtpreis und damit auch die späteren Mieten belastet hätte.

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Reihenhausflair ist gefragt

Die beiden Drei- und Vierraumwohnungen fallen mit jeweils 70 beziehungsweise 76 Quadratmetern geräumig aus. Durch die Bauweise mit eigenen Eingängen samt Autostellplätzen zur Fabrikstraße und kleinen Terrassen zum Hinterhof genießen die künftigen Mieter ebenso wie die Bewohner auf der anderen Straßenseite Reihenhausflair dicht am Stadtzentrum, aber trotzdem in relativ ruhiger Lage.

Sorgen um Interessenten müssen sich die Investoren offenbar nicht machen. Es gebe schon reichlich Anfragen für den auf Energieeffizienz getrimmten Bau, so Ziebarth. Und er erinnert daran, dass man 2019 das Los entscheiden ließ, um die künftigen Mieter nicht subjektiv bewerten zu müssen.

Filetstück immer im Fokus

Das verbleibende Grundstück, das in Höhe des Platzes Am Markt an die Einkaufsmeile anschließt und sich für ein Wohn- und Geschäftshaus eignen würde, behalten die Geschäftspartner auch bei dieser Investition im Auge. Das heißt zum Beispiel, dass ein Streifen unbebaut bleibt, der später über die Fabrikstraße als Zufahrt für Waren oder für Kunden- beziehungsweise Mieterparkplätze wertvolle Dienste leisten kann. Das Halten an der Mühlenstraße ist an der Stelle bekanntlich unmöglich, ohne zum Verkehrshindernis oder zum Fall fürs Ordnungsamt zu werden.

Möglicherweise müssen die jetzigen Eigentümer der Fläche nicht einmal selbst als Investoren tätig werden. Derzeit gibt es eine Verkaufsoption für das Flurstück, auf dem der künftige Besitzer dann selbst aktiv werden könnte.