Osterburg l Nein, angesichts der Zahl von 30.000 Bäumen auf kommunalem Grund und Boden seien Fällungen auch zukünftig nicht auszuschließen, stellte Schulz klar. „Dazu kann es kommen, weil Bäume nicht rechtzeitig einen Pflegeschnitt erhalten, sie krank sind, Baumaßnahmen weichen müssen oder ihre Standsicherheit gefährdet ist“, nannte der Bürgermeister Gründe.

Um Einwohnern oder auch Umweltverbänden die jeweilige Baum-Wegnahme plausibel zu machen, sollen sämtliche Fällungen zukünftig im Rathaus dokumentiert werden. „Das ist bisher leider nicht geschehen“, bedauerte Schulz. Zukünftig werde aber jede Maßnahme dokumentiert. „Gleiches gilt für die Ersatzpflanzungen, wie sie nach unsere Baumschutzsatzung für den Innenbereich der Ortschaften sowie das Naturschutzgesetz für den Außenbereich vorgeschrieben sind.“ Und: Erhalten Bürger oder Unternehmen eine Fällgenehmigung von der Stadt, werde die Ersatzpflanzung kontrolliert und ebenfalls dokumentiert.

Diese Nachweise könnten sich dann auch auf der städtischen Homepage im Internet finden, so Schulz, der per Dienstanweisung noch eine weitere Neuregelung festlegte. Denn abgesehen von zu begründenden Ausnahmen seien für den Baum-Ersatz ab sofort insektenfreundliche, nektargebende Pflanzen zu verwenden. „Darüber hinaus werden wir auf geeigneten Flächen Blühwiesen anlegen, um eine neue Lebensgrundlage für Bienen und andere Insekten zu schaffen“, sagte Schulz, der dabei vor allem Gelände an der Krumker Straße sowie das frühere Kino-Grundstück (bis zur Bebauung) im Blick hat. So wolle die Stadt mithelfen, dem Insekten- und Bienensterben entgegenzutreten.

Wie sehr dieses Thema mittlerweile in der Bevölkerung angekommen sei, habe nicht zuletzt die Initiative zur Artenvielfalt in Bayern gezeigt, die unter dem Titel „Rettet die Bienen“ zum erfolgreichsten Volksbegehren in der Geschichte des süddeutschen Bundeslandes avancierte.

In Osterburg wiederum hätten die vielen Beschwerden über Baumfällungen gezeigt, „dass Stadtgrün und Bäume für immer mehr Menschen ungemein wichtig sind und wir einfach mehr Wert auf dieses Thema legen müssen. Es gibt ein berechtigtes Interesse daran, über Baumfällungen, Ersatzpflanzungen und Maßnahmen im grünen Bereich informiert zu werden. Und dem kommen wir jetzt nach“, machte Schulz deutlich.