Flessau l Die Straßenbäume sollen durch kommunale Kräfte beschnitten werden. Anwohner müssen also nicht zur Säge oder Astschere greifen. Dies war in der Vergangenheit im Dorf üblich. Aber wohl spätestens mit der Gebietsreform und dem Verlust der kommunalen Selbstständigkeit überholt. Denn seit der Eingliederung in die Einheitsgemeinde gilt auch in Flessau die Osterburger Baumschutzsatzung, die unter anderem eine fachgerechte Durchführung der Pflege- und Erhaltungsschnitte vorschreibt. Fachgerecht – eine Voraussetzung, die sicher längst nicht jeder Anwohner erfüllt und die auch nicht einzufordern ist. Dennoch sah der Flessauer Ortschaftsrat bislang immer noch die Grundstückseigentümer im Dorf in der Pflicht, die Bäume vor ihrer Haustür zu beschneiden.

Eine Auffassung, mit der Knut Lichtenknecker nicht einverstanden ist. Seit drei Jahren tritt der Flessauer gegenüber den Ortspolitikern vergeblich für einen Pflegeschnitt durch die Kommune ein. Nachdem zuletzt selbst eine Liste mit mehr als 100 Unterschriften aus dem Dorf keine Reaktion nach sich zog, brachte Lichtenknecker das Thema über die Volksstimme in die Öffentlichkeit. Bauamtsleiter Matthias Köberle sagte eine Prüfung zu, Stadtgärtner Ulf Garlipp schaute sich in Flessau um. Seine Einschätzung: Die seit drei Jahren nicht mehr beschnittenen Bäume bedürfen dringend dieser Pflegemaßnahme, wenn sie nicht bleibende Schäden davon tragen sollen. „Deshalb werden wir uns innerhalb der nächsten Wochen auch darum kümmern“, sicherte Bürgermeister Nico Schulz auf Nachfrage der Volksstimme zu. Gleichzeitig begründete er, warum die Einheitsgemeinde Flessau fern blieb, obwohl sie in sämtlichen anderen Ortschaften für diese Pflegemaßnahme an den Bäumen verantwortlich zeichnet. Im Osterburger Rathaus sei der ausbleibende Schnitt als Element der Ortsbildgestaltung verstanden worden. Ebenso wäre man davon ausgegangen, dass der Flessauer Ortschaftsrat bei seiner Entscheidung, die Einwohner mit dem Pflegeschnitt zu beauftragen, die Bürger des Dorfes hinter sich habe. „Deshalb hat uns die Unterschriftensammlung überrascht. Weil sie zeigt, dass viele Einwohner offensichtlich ganz anders über diese Angelegenheit denken“, sagte Schulz. Vom jetzt vor der Tür stehenden Schnitt einmal abgesehen, soll das Ärgernis aber dauerhaft aus der Welt. Darüber wolle er aber zuerst mit den Flessauer Ortschaftsräten sprechen, kündigte der Einheitsgemeinde-Bürgermeister abschließend an.