Rosenhof l Das Finale ist eingeläutet: Die Arbeiten am letzten Deichbauabschnitt in Nachbarschaft von Rosenhof nähern sich dem Ende. Was noch fehlt, sind einige Erd- und Pflasterarbeiten am Deichverteidigungsweg.

„Hochwasser-Sicherheit gegeben“

„Rund 95 Prozent sind erledigt“, schätzt Matthias Müller, Projektverantwortlicher vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), bezogen auf die Baumaßnahme ein. „Die Hochwasser-Sicherheit ist bereits gegeben“, betont er. Der Deich in der Nähe der Elbe bei Rosenhof, der während des letzten Hochwassers vor sieben Jahren in Mitleidenschaft gezogen worden war, sei durch den neuen Aufbau noch stärker. Das bedeutet, die Deichkrone liegt noch höher, so dass die Gebiete hinter der Anlage besser geschützt sind als zuvor. Die Höhe liegt dem Bemessungshochwasser (BHW) von 7,99 Metern am Pegel Wittenberge plus der Freibordhöhe von einem Meter zugrunde. Zum großen Teil wurde die vorhandene Trasse genutzt, nur ein kleines Stück des Deiches ist verlegt worden. Dieser letzte von insgesamt vier Bauabschnitten, die eine Gesamtlänge von sechs Kilometern aufweisen, soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. So lautet das Ziel. „Es ist realistisch. Allerdings ist der Bau wetterabhängig“, hofft Müller, dass es keine zu feuchte Endphase 2020 gibt, so dass die Erd- und Pflasterarbeiten, die eine Firma aus Tangerhütte ausführt, im kommenden Monat beendet sind.

Die Deichabschnitte auf dem Territorium der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck sind mit dem Projektende in Rosenhof allesamt nach den neuesten DIN-Normen und Standards auf Vordermann gebracht worden.

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Baustart war 2016 mit der Gewinnung von Deichbaumaterialien (Oberboden, Ton und Sand) aus einer Bodenentnahme bei Osterholz. Die Deichbauarbeiten folgten dann im Sommer 2017 im ersten und dritten Deichbauabschnitt. Schon damals hoffte Osterburgs Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf, dass 2020 die Arbeiten beendet sein könnten. Dann folgte der zweite und seit Frühjahr dieses Jahres der vierte Abschnitt bei Rosenhof.

Vor sieben Jahren drohte Deichbruch

Ein Blick zurück: Es war kritisch, sehr kritisch. Bereits 2002, als Verantwortliche bereits vom Jahrhundert-Hochwasser sprachen. Die Elbe drohte die benachbarten Ortschaften zu überspülen. Der Deich hielt. Elf Jahre später, 2013, war es sogar noch dramatischer. Der Deich zwischen Altenzaun und Osterholz drohte zu brechen. Bundeswehrsoldaten, Mitglieder von freiwilligen Feuerwehren und Hunderte von freiwilligen Helfern sicherten ihn damals mit tausenden Sandsäcken. Einwohner mussten evakuiert werden.

Mit den neuen Deichen verbessern sich die Möglichkeiten zur Deichverteidigung im Hochwasserfall und die Bedingungen für die erforderlichen Unterhaltungsarbeiten erheblich.