Seehausen l Als der Stendaler Bundestagsabgeordnete Marcus Faber (FDP) in Vorbereitung seiner Sommerreise einen Termin mit dem Chef der Seehäuser Firma DiBuKa (Dienstleistungen im Brand- und Katastrophenschutzfall) für diese Woche festmachte, war nicht abzusehen, wie aktuell das Thema angesichts der großen Waldbrände in Deutschland sein könnte, zu denen unter anderem auch die Lösch- und Bergepanzer vom Aland gerufen werden.

Insbesondere, wenn die Flächen mit Altmunition belastet und schwer zugänglich sind, wenn eine Pipeline durch ein Großfeuer in Gefahr gerät oder andere unberechenbare Gefahren drohen, geraten Feuerwehren, die bei einem Gebäudebrand sonst bestens aufgestellt sind, schnell an ihre Grenzen. Das sind dann die Szenarien, wenn die DiBuKa gerufen wird.

Faber wurde mit einer großen Erwartungshaltung empfangen. Obwohl die Mannen um Joachim Schulz in den Medien derzeit für mehr Schlagzeilen und Werbung für das Know-how aus Seehausen sorgen, als sie nachlesen können, brauchen sie trotzdem jeden Verbündeten. Das Umdenken angesichts zunehmender Großschadensereignisse geht Schulz bei den Verantwortlichen nämlich wesentlich zu langsam – oder schlimmer, findet noch nicht statt. Entweder, weil zu oft in Ressorts gedacht wird oder weil die Meinungen bei Entscheidungsträgern oder auch bei Fachleuten über Art und Umfang der Reaktionen insbesondere auf Waldbrände geteilt sind.

Ausrüstung anpassen

Ein Manko, mit dem auch Johann Goldammer, Professor für Feuerökologie und weltweit gefragter Waldbrandexperte, zu kämpfen hat, mit dem Schulz seit der DiBuKa-Gründung vor rund zehn Jahren in Verbindung steht. Beide warnen unermüdlich vor Gefahren, die früher so nicht präsent waren und dafür, dass die Feuerwehren für große Waldbrände leichter sowie mobiler ausgerüstet und spezieller geschult sein müssten. Andere Nationen sind da offenbar viel weiter. Was auch für eine Waldbewirtschaftung gilt, die Bränden vorbeugt und den Einsatzkräften im Ernstfall den Zugang erleichtert

Know-how kostet Geld

Auch wenn die Freien Demokraten derzeit keine Regierungsverantwortung tragen, haben sie doch Einfluss auf die Meinungsbildung im Berliner Reichstag. Zudem hatte Schulz mit dem promovierten Politikwissenschaftler einen doppelt kompetenten Gesprächspartner an der Seite. Denn der 34-Jährige ist Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages und hat in seiner Grundwehrzeit als Panzerpionier gedient.

So konnte Faber auch mitreden, als ihn Schulz in Schönberg durch seine Löschpanzerschmiede führte, wo gerade wieder ein entmilitarisiertes Kettenfahrzeug umgerüstet wird. Was im Regelfall bedeutet, dass das Fahrgestell statt Geschützturm einen 11.000-Liter-Tank, Löschkanonen mit einer Reichweite von bis zu 60 Metern oder eine Selbstkühlung verpasst bekommt, um nur einiges zu nennen, was in Schulzes Firmenverbund meist selbst entwickelt wird und sich im Praxistest bewährt hat.

Aber Entwicklungsarbeit koset ebenso Geld wie das Vorhalten der Spezialtechnik, für die Schulz derzeit nur eine Rechnung stellen kann, wenn sie zum Einsatz kommt, um Leben und Existenzen zu schützen. So wie in diesem Jahr schon bei den Waldbränden Bömenzien, Groß Laasch (Landkreis Parchim) oder ganz aktuell Fichtenwalde an der A 9 in der Nähe von Potsdam. Was auch für die Spezialkräfte vom Panzerfahrer über den Drohnenpilot bis zum Kampfmittelerkunder zählt, die er im Ernstfall aus dem Firmenverbund rekrutiert, die dann aber an ihren Arbeitsplätzen fehlen.

Private Firmen können das leisten, aber nicht alleine finanzieren, stimmte Marcus Faber zu, der jetzt auch weiß, dass die DiBuKa nicht nur mit Spezialtechnik zum Löschen, Überwachen oder Vorbeugen von Bränden punktet. Im Laufe der Jahre hat sich auch Wissen angesammelt, dass in Seehausen noch intensiver als bisher vermittelt werden könnte.