Werben l Der Biedermeier-Christmarkt lockt Sonnabend und Sonntag wieder viele Besucher nach Werben, die die heimelige Stimmung mit vielen Händlern und Handwerkern an der mächtigen St. Johanniskirche genießen wollen. Um 12 Uhr öffnet er am Sonnabend seine Pforten, Kinder bringen den Gästen gleich zum Auftakt Adventslieder zu Gehör. Der musikalische Part nimmt auch bei der aktuellen Ausgabe – die Premiere ging 2004 und damit vor 15 Jahren über die Bühne – einen hohen Stellenwert ein.

Die adventliche Bläsermusik im Kerzenschein in der St. Johanniskirche findet Sonntag statt. Die dort eingenommenen Spenden sollen der Wiederherstellung der Werbener Wagnerorgel zugute kommen. Beginn ist um 17 Uhr. Die Mitwirkenden trafen sich am Donnerstag zur letzten Probe im Osterburger Gemeindehaus. Zu den Akteuren zählt übrigens auch die Feuerwehrblaskapelle des Elbstädtchens. Die Bläsermusik leitet das Finale des zweitägigen Christmarktes ein. Zuvor gibt es noch jede Menge zu entdecken.

Beispielsweise auch das historische Figurentheater „Liselotte“ aus Berlin, das „Dorfgeschichten“ nach Werben bringen wird. Es besteht aus den Zwillingsbrüdern Carsten und Nils Niemann. Die Beschäftigung mit barocker Theatertechnik führte die beiden zum Papiertheater, in dem der Zauber der Guckkastenbühne noch ungebrochen fortlebt. Ihre besondere Liebe gilt dem Aufspüren origineller und zum Teil noch nie gespielter Theatertexte. Ein lustvoller Umgang mit den Figuren alter Bühnenstücke und die Freude an Vers und Sprachwitz prägen ihre Aufführungen. Die Figuren und Dekorationen basieren teils auf historischen Vorlagen, teils auf eigenen Entwürfen.Das Papiertheater ist gewissermaßen der „Fernseher“ des 19.  Jahrhunderts. Aus kolorierten Pappen werden naturgetreu Kulissen und flache Schauspielfiguren zurechtgeschnitten und durch Stäbe und Drähte bewegt.

Kurioserweise wird diese Kunstform gerade in unserem vollelektronischen Zeitalter wieder neu entdeckt. Seit mehreren Jahren erfreuen die Gebrüder Niemann die Gäste auf den Biedermeiermärkten in Werben mit ihrem historischen Papiertheater. Aufführungen gibt es im Kommandeurhaus, Seehäuser Straße  2, Sonnabend um 14 und 16  Uhr und Sonntag um 13 und 15  Uhr.

Rund 40 Händler, Handwerker und Künstler werden das Bild an der mächtigen St. Johanniskirche und den Schadewachten an beiden Tagen prägen. Die Verantwortlichen und Organisatoren aus den Reihen des Arbeitskreises Werbener Altstadt (AWA) sind sich sicher, dass sich ein Besuch des eher ungewöhnlichen Markttreibens lohnt. Schließlich hat er sich mit den Jahren einen Namen auch außerhalb der Altmark gemacht.

Übrigens fährt nach den Straßenbauarbeiten an der L 2 auch wieder die Räbeler Fähre: Sonnabend verkehrt sie von 7 bis 20  Uhr und am Sonntag von 8 bis 20 Uhr, informiert die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck.