Osterburg l Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Kommune mit dieser Frage, um Kindern den Spielplatz zukünftig ganzjährig zur Verfügung stellen zu können. Nach intensiven Diskussionen in den verschiedensten Gremien stand die Investition am Donnerstag im Osterburger Hauptausschuss zur Abstimmung. Doch die Stadtpolitiker entschieden sich mit knapper Mehrheit von vier zu drei Stimmen dafür, dieses Votum über den Zaun noch einmal aufzuschieben.

Den Antrag hatte Michael Handtke (CDU) gestellt. „Es gibt keinen Grund zur Eile. Demnächst beginnt die Saison im Biesebad, dann ist auch der Spielplatz geöffnet. Die Frage nach der Umzäunung stellt sich erst für die Zeit nach dem Saisonende. Wenn wir im Hauptausschuss im August eine Entscheidung fällen, reicht das also völlig aus“, begründete er. Bis dahin soll die Verwaltung die bisher vorliegenden Kostenschätzungen durch konkrete Angebote ersetzen, so der CDU-Fraktionschef. Michael Handtke hat dabei besonders die Folgekosten im Blick, die durch den Ab- und Aufbau der mobilen Zaunanlage, durch den zu erwartenden Verschleiß der Teile und die Einlagerung der Zaunfelder entstehen. Im jüngsten Ortschaftsrat machte dafür eine Kostenschätzung von bis zu 3500 Euro die Runde, allein für den Auf- und Abbau ist wohl mit einem jährlichen Betrag in Höhe von knapp 2000 Euro zu rechnen.

Ein weiteres Thema, das Handtke in den kommenden Tagen und Wochen noch einmal sorgfältig überdenken möchte, zielt auf mögliche Reaktionen aus der Bevölkerung. „Steht der Spielplatz das gesamte Jahr zur Verfügung, werden es manche Einwohner sicher nicht verstehen, dass er außerhalb der Saison frei zugänglich ist. Und im Sommer muss Eintrittsgeld bezahlt werden, weil die Spielgeräte nur vom Biesebad-Gelände aus betreten werden können. Da können wir uns schon jetzt auf Kritik einstellen“, sagte Handtke. Er transportierte deshalb eine Idee in den Hauptausschuss, die die Zaunpläne für die Biesebad-Tobefläche begraben würde. „Meiner Meinung nach ist der Spielplatz im Bad hauptsächlich wegen des dort stehenden Holzschiffes so nachgefragt. Wenn wir die für den Zaun vorgesehenen rund 14 000 Euro dafür nutzen würden, um beispielsweise den Spielplatz an der Eckolt-Allee mit einem ähnlich attraktiven Gerät auszustatten, könnten wir vielleicht auf diese Maßnahme gänzlich verzichten. Aber das ist nur ein Denkansatz.“

Bürgermeister Nico Schulz vertritt eine andere Auffassung. „Den Zaun wollen wir mit Geld bezahlen, dass wir für das abgebrannte Biesecafé von der Versicherung erhalten haben. Diese Mittel sollten daher auch dem Biesebad zugute kommen.“ Er kritisierte, „dass sich die jahrelange Eierei um den Zaun nun noch weiter fortsetzt. Dabei ist doch schon seit langem klar, dass wir ihn wollen. Unser Wille, in eine versetzbare Anlage zu investieren, ist zum Beispiel auch Bestandteil des Vertrages mit der Pächterin des Biesebades. Und diesem Vertrag hat der Stadtrat zugestimmt.“

Eine knappe Mehrheit der Hauptausschuss-Mitglieder sprach sich trotzdem für die Vertagung der Zaun-Entscheidung aus. Für eine zweite Biesebad-Investition machte der Ausschuss dagegen sofort den Weg frei. So können zwei hölzerne Umkleidekabinen erworben werden. Außerdem wird der Carport eingehaust und sein Umfeld befestigt.