Zedau/Osterburg l Das Biesebad öffnet von Anfang Mai bis Mitte September 2019, der von einem Rettungsschwimmer überwachte Badebetrieb bleibt aber auf die Zeit vom 1. Juni bis zum 31. August beschränkt. Während der Schulzeit hat die Ausflugsstätte von 14 bis 18 Uhr geöffnet, in den Ferien von 11 bis 19 Uhr. So könnte der Kompromiss lauten, auf den sich die Osterburger Politiker und Badbetreiberin Anett Lenzner womöglich verständigen. Das klang während der Ortschaftsratssitzung am Montagabend im Zedauer Dorfgemeinschaftshaus an, ist aber längst noch nicht in Stein gemeißelt. Die Debatte erlebt vielmehr, und das möglichst zeitnah, eine Fortsetzung. Denn um Saison und Öffnungszeiten in trockene Tücher zu bringen, gehören Bürgermeister Nico Schulz und Badbetreiberin Anett Lenzner mit an den Tisch, äußerte Jürgen Emanuel (Die Linke) am Montag. Zudem verortet der Politiker die abschließende Entscheidung nicht im Ortsgremium. Sondern im Stadtrat, der 2015 auch über den Betreibervertrag abgestimmt habe, begründete Emanuel.

Den Ausgangspunkt der erst während der jüngsten Stadtatssitung aufgemachten Diskussion hatten die Räte am Montagabend noch einmal schriftlich. Bad-Betreiberin Anett Lenzner, die die kurzfristige Einladung zur Ortsratssitzung aufgrund anderer Verpflichtungen ausschlagen musste, stellte darin klar, dass sie sich nicht mehr in der Lage sehe, das Bad unter den derzeitigen Vertragsbedingungen weiter zu betreiben. Verantwortlich dafür seien gestiegene Betriebskosten, darunter als maßgebliche Komponente die Aufwendungen für einen Rettungsschwimmer.

Diesen Kosten stünden im Mai nur geringe Einnahmen gegenüber. „Es gibt fast keinen Badebetrieb, weil das Biesewasser im Mai noch zu kalt ist. Der Mai ist kein Bademonat“, sei die Erfahrung der Betreiberin. Selbst das „Lockmittel“, im Mai für den Besuch der Ausflugsstätte keinen Eintritt zu verlangen, habe die Situation nicht verbessert. Konsequenz: Die Betreiberin plädiert für eine verkürzte Saison. Oder alternativ für eine Erhöhung des kommunalen Zuschusses für den Betrieb des Bades. Soll alles so bleiben wie gehabt, müsste die „Finanzspritze“ der Einheitsgemeinde laut Lenzner von aktuell 12.000 auf 15.500 Euro steigen. Dies sei für den Osterburger Ortschaftsrat aber keine Option, machten am Montagabend gleich mehrere Politiker deutlich.

Thorsten Schulz (SPD) schlug dagegen nach eigenen Recherchen vor, sich andere Bäder zum Vorbild zu nehmen und die Osterburger Ausflugsstätte für den Mai und September zur Badestelle umzuwidmen. Diese befristete Änderung müsse unter anderem über Schilder mit dem Hinweis „Badestelle - Baden auf eigene Gefahr, keine Wasseraufsicht“ sowie „Hineinspringen verboten“ deutlich gemacht werden, für Mai und September wäre dann kein Rettungsschwimmer erforderlich. Zudem sollte im genannten Zeitraum kein Eintrittsgeld erhoben werden. Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose (CDU) und weitere Ratsmitglieder äußerten Sympathie für diese Idee, die auf einer Folgeberatung tiefergehender erörtert werden dürfte. Gleiches gilt für die Frage, warum die Öffnungszeiten erst jetzt, wenige Tage vor dem Saisonauftakt, auf die Agenda rücken. „Das Thema hätte viel früher auf unserem Tisch gehört“, kritisierte Thorsten Schulz mit Blick auf das Schreiben der Betreiberin, dass mit Datum vom 19. Februar im Osterburger Rathaus eingegangen war.