Rossau l „Es handelt sich gar nicht um eine Erweiterung der Biogasanlage. Sondern um eine Reaktion auf gesetzliche Vorgaben“, hat Bernd Drong am Montagabend aus der Rossauer Ratssitzung mitgenommen. Vertreter des Betreibers zeigten während der Zusammenkunft gegenüber den Ortspolitikern und dem ebenfalls anwesenden Bauamtsleiter Matthias Köberle auf, dass ihre Investition dazu dienen soll, der neuen Düngemittelverordnung gerecht zu werden. Die schreibe die gasdichte Lagerung der Gärreste für mindestens 150 Tage vor. „Dafür besitzt die Biogasanlage derzeit nicht die Kapazitäten. Deshalb soll der Bau eines neuen Zwischenlagers für die Gärreste Abhilfe schaffen“, informierte Matthias Köberle. Bauamtsleiter und Ortschaftsräte zeigen Verständnis für diese Notwendigkeit. Und sehen nach neu vorgelegten Unterlagen wie einem Immissionsgutachten sowie weiteren Informationen der Betreiber sämtliche Bedenken aus den Weg geräumt. Unter anderem sei die vermutete Mehrbelastung des ländlichen Weges zwischen Rossau und Gladigau vom Tisch. „Die Zahl der Transporte nimmt sogar ab. Weil deutlich weniger Maissilage benötigt wird, fallen jährlich um die 60 Lkw-Anfahrten weniger an“, erklärte Bernd Drong. Zwar erhöht sich im Gegenzug das Kontingent der zu verwertenden Schweinegülle von jährlich 4500 Tonnen auf 5500 Tonnen. „Aber dafür wird kein Transport benötigt. Die gesamte Gülle wird unterirdisch aus der angrenzenden Schweineanlage zum Biogasstandort gepumpt“, sagte Drong.

Schließlich habe sich am Montagabend im Austausch mit dem Betreiber auch die Kritik über bislang ausgebliebene Ausgleichsmaßnahmen relativiert. Denn die sollen vor Jahren tatsächlich umgesetzt worden sein. Im Anschluss habe man es allerdings an der Pflege der Pflanzen mangeln lassen, „so dass heute nicht mehr von den Anpflanzungen zu erkennen ist“, sagte Matthias Köberle. Aus diesem Fehlschlag zog der Betreiber die Schlussfolgerung, bei den jetzt neu angedachten Ausgleichsmaßnahmen an der Biogasanlage mehr Augenmerk auf die Pflege zu legen. „Und wir als Ortschaftsrat werden sicher auch mehr auf diese Ausgleichsmaßnahmen achten“, kündigte Bernd Drong an.

Der Rossauer Ortschaftsrat machte am Montagabend den Weg hin zum Neubau des Zwischenlagers ein Stück weit frei. Er sprach sich für die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens aus. Und auch „aus Sicht unserer Verwaltung gibt es jetzt keinen Grund mehr, der Investition dieses Einvernehmen zu versagen“, stellte Bauamtsleiter Matthias Köberle abschließend fest.