75 Jahre Waldbad Seehausen / Neue Broschüre beleuchtet wechselvolle Geschichte der Einrichtung

Bis 1937 badeten die Seehäuser vor allem im Aland

Von Andreas Puls

Am Sonnabend, 27. Juli, verwandelt sich das Seehäuser Waldbad in ein Partygelände. Mit einem großen Fest wird das 75-jährige Bestehen des Freibades gefeiert. Pünktlich zu diesem Jubiläum ist eine Broschüre erschienen, die vor allem die Geschichte der Einrichtung beleuchtet.

Seehausen l "Die Broschüre ist rechtzeitig zum zunächst geplanten Termin für das Waldbadfest, dem 15. Juni, erschienen, der bekanntlich wegen des Hochwassers abgeblasen wurde. Der ursprüngliche Termin wäre fast auf den Tag genau auf den Einweihungstermin vor 75 Jahren gefallen. Am 12. Juni 1938 wurde in Seehausen dieses Fest gefeiert", erklärt Walter Fiedler, Vorsitzender des Fördervereins Waldbad Seehausen. Der Vereinschef hatte schon vor Monaten mit den Recherchen für die Broschüre begonnen. "Dankenswerterweise konnte ich auf die Stadtchronik von Kurt Maaß zurückgreifen. Aber das Druckwerk enthält auch Wissenswertes, das nicht Bestandteil der Chronik ist." Auf insgesamt 26 Seiten wird die wechselvolle Geschichte des Seehäuser Waldbades beleuchtet.

Erste Badeanstalt entstand am Aland

Die Jubiläumsschrift geht sogar auf die Zeit davor ein, als die Seehäuser noch Badestellen am Aland nutzten, um sich im Sommer abzukühlen. 1887 entstand auf dem Glockenwall, am Abzweig des Umfluters am Aland, die erste öffentliche Badeanstalt.

1937 beschloss der Seehäuser Stadtrat den Neubau eines Freibades im Schillerhain. Umgesetzt wurde das Vorhaben mit dem Einsatz des in Seehausen stationierten Reichsarbeitsdienstes. Schon im August 1937 war das Wasserbecken fertiggestellt. Die eigentliche Einweihung der Badeanstalt erfolgte ein Jahr später, wie bereits erwähnt am 12. Juni 1938. Zur Ausstattung gehörte seinerzeit neben dem großen Schwimmbecken mit Startblöcken auch ein 5-Meter-Sprungturm und anderes mehr. Der Turm wurde später aus Sicherheitsgründen abgerissen.

Umfangreich und gleichermaßen interessant auch die umfangreichen Ausführungen zur Entwicklung der Einrichtung zu DDR-Zeiten. So gab es in den 50er Jahren eine Welle schwimmsportlicher Aktivitäten im Bad. In den Jahren 1978/1979 wurde eine große Umwälz- und Filteranlage eingebaut, die noch heute in Betrieb ist. Fiedler: "In den 50er bis 70er Jahren war das Waldbad ein echter Mittelpunkt des Seehäuser Sommerlebens - mit Schwimmverein und sogar einem Wasser-Rettungsdienst. Es gibt in Seehausen kaum jemand aus dieser Generation, der nicht das Schwimmen im Waldbad erlernt hat. Aber es hat sich auch kaum jemand Gedanken darüber gemacht, wie man ein solches Bad wirtschaftlich betreiben könnte."

Auch auf die Entwicklung der Einrichtung nach der Wende wird in der reich bebilderten Broschüre eingegangen. Zum Beispiel wird das geplante Umbau- und Modernisierungsprojekt aus dem Jahr 1998 vorgestellt, das leider nicht realisiert wurde.

Broschüre enthält auch Ideen für die Zukunft

Nicht unerwähnt bleibt die Frauen-Schwimmgruppe "Eiserne Ladys". Der Gründung des Fördervereins Waldbad Seehausen im Jahr 2012 ist ein weiteres kleines Kapitel gewidmet. Abschließend erläutert der Vereinsvorsitzende, wie die Zukunft des Seehäuser Freibades aussehen könnte.

Die Broschüre "75 Jahre Waldbad der Hansestadt Seehausen" ist für den Preis von 2,50 Euro in der Touristinformation Seehausen, im Waldbad und in der DRK-Begegnungsstätte zu erwerben. Die Einnahmen kommen dem Förderverein zugute. Walter Fiedler möchte sich auf diesem Wege bei Diana Scholz bedanken, deren Arbeit das Zustandekommen der Broschüre maßgeblich mit zu verdanken ist.