Hindenburg l  Ein Team des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit Sitz in Dessau begrüßte in der Turnhalle Hindenburger und Bürger aus den Nachbardörfern. Insgesamt waren es 31 Frauen und Männer, die die Konserven füllten.

Unter ihnen Karola Waskowiak, die regelmäßig die Blutspenden in ihrem Heimatort aufsucht. Deshalb war es für die 56-Jährige auch während der pandemischen Lage keine Frage, ob sie dabei ist. Um die 80-mal legte sich die Hindenburgerin bereits auf die Spendeliege. „Das erste Mal mit 18 Jahren“, blickt sie zurück. Viele Stammkunden waren am Mittwoch anzutreffen. Aber auch zwei Erstspender. „Das ist sehr erfreulich“, sagt Elke Endrulat, Gebietsreferentin beim DRK. „Man darf nicht vergessen, dass Hindenburg ein Dorf ist“, ergänzte sie. So zog sie für diese Blutspende ein positives Fazit. „In Hindenburg haben wir immer um die 30 Spender. Alles was drüber ist, ist sehr gut“.

Dass es sich um ein Termin während der Corona-Zeit handelte, wurde bereits am Eingang deutlich. Mitarbeiter des Teams übernahmen die Einlasskontrolle. Neben dem Desinfizieren der Hände gehörte das Messen der Temperatur zu den Vorschriften und damit zum Hygiene-Konzept. Der Körper-Check sei während der aktuellen Lage noch wichtiger denn je. Dagegen zählt die Bestimmung des Hämoglobin-Wertes obligatorisch für die Spender dazu. Nur wer im Normalbereich liegt, darf sein Blut spenden. Bevor die Spender für einige Minuten auf der Liege Platz nahmen, wertete der Arzt den zuvor ausgefülltem Fragebogen aus. Der Blutdruck wurde zudem bestimmt.

Das Deutsche Rote Kreuz ist froh, dass die Blutspender-Zahlen nicht zurückgegangen sind. „Blutkonserven sind natürlich weiterhin sehr wichtig, auch wenn beispielsweise aufgrund der Situation einige Operationen verschoben werden“, sagt DRK-Teamleiter Jan Mielczarek, der den Spendern am Mittwoch das Blut abnahm. Es werde aktuell nicht weniger Blut benötigt als vor der pandemischen Lage. Er habe das Gefühl, dass bei den Bürgern die Spendenbereitschaft nicht nachlässt. Das bestätigt auch Elke Endrulat. „Das ist natürlich von Region zu Region unterschiedlich.“ Das Jahr habe indes gut angefangen, die Zahlen blieben stabil.

Übrigens wird das Blut - von jedem Spender wird 500 Milliliter „abgezapft“, was einer Konserve entspricht - im Labor in Dessau in seine Bestandteile zerlegt: In Blutplasma, in die Erythrocyten und die Thrombozyten. Das werde vorgenommen, weil die Patienten je nach Krankheit andere Blutbestandteile benötigen. Bei einer Verbrennung beispielsweise braucht der Körper Blutplasma, sagt Endrulat, die als Gebietsleiterin unter anderem für den Landkreis Stendal und den Altmarkkreis Salzwedel sowie für weitere Landkreise verantwortlich ist.

Aus Hindenburg fuhr das Team am Mittwoch mit 31 Konserven nach Dessau.