Rossau l Denkt Bernd Drong an das 2014 initiierte Bodenordnungsverfahren, kommt der Ortsbürgermeister ins Schwärmen. „Das ist ein Segen für Rossau.“ Schon der Blick auf die möglichen Investitionen unterstreicht diese Ansicht. Schließlich soll mit dem über das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten laufenden und von der NBS-Bauernsiedlung begleiteten Verfahren jede Menge Geld nach Rossau fließen. Rund 3,3 Millionen Euro stehen für die Neuvermessung und mögliche Zusammenlegung land- und forstwirtschaftlicher Flächen im Raum. Und eben auch für den Ausbau von Wirtschaftswegen. Letzterer sei ein Schwerpunkt des Verfahrens. Und ein Unterfangen, von dem das gesamte Dorf nachhaltig profitieren dürfte, ist Drong überzeugt. Schließlich habe man in der gedanklichen Vorarbeit der zurückliegenden Monate bereits ein Wegenetz entworfen, dass nach seiner Realisierung einen Großteil des landwirtschaftlichen Verkehrs aus Rossau halten könnte.

Insgesamt 6,5 Kilometer Ausbau

So ist eine Verbindung angedacht, die vom alten Bahnhof in Groß Rossau nördlich am Ort vorbei führt, die Straße nach Stapel kreuzt und an den ländlichen Weg nach Gladigau anschließt. Südlich von Klein Rossau könnte der noch aus DDR-Tagen bekannte aber mittlerweile längst verschwundene „Schwarze Weg“ neu entstehen. Er soll den Orpensdorfer Weg mit dem Rönnebecker Weg verbinden, dann die Straße nach Flessau kreuzen und östlich von Klein Rossau auf den Osterburger Weg führen, berichtet Bernd Drong. Gerade diesem Wegeprojekt kommt aus seiner Sicht eine besondere Bedeutung zu, stellt die Straße in Klein Rossau doch schon seit Jahren ein Sorgenkind des Dorfes dar. Das gilt für das arg lädierte Pflaster der Fahrbahn oder die geringe Breite der Straße im westlichen Teil von Klein Rossau. Weil dort schwere landwirtschaftliche Technik im Gegenverkehr immer mal wieder auf den Gehweg ausweichen musste, sind Teile des Bürgersteiges ramponiert. Probleme wie diese seien bei einem Neubau des „Schwarzen Weges“ Geschichte, ist Drong überzeugt.

 Insgesamt würden 6,5 Kilometer ländlicher Weg ausgebaut und dazu noch die frühere Bahnbrücke über die Biese saniert, zählte er auf. Dieses Maßnahmepaket bekommt die Kommune sehr günstig. Schließlich speisen sich die im Raum stehenden 3,3 Millionen Euro zu 90 Prozent aus Fördergeldern. Die übrigen rund 330.000 Euro sollen sich auf die Eigentümer im Verfahrensgebiet verteilen. Die Einheitsgemeinde müsste aufgrund der spärlichen kommunalen Flächen im betreffenden Territorium nur 12.700 Euro beisteuern, denkt aber in Ratsgremien über eine Aufstockung des eigenen Anteils auf 100.000 Euro nach, um die anderen Eigentümer zu entlasten. Die 100.000 Euro begründet die Verwaltung auch mit dem Hinweis, dass die Kommune bei einer eigenen Brückensanierung oder einem eigenen vergleichbaren Wegebauprojekt deutlich mehr investieren müsste.

In sämtlichen Gremien, zuletzt am Donnerstag im Hauptausschuss, stieß dieser Vorschlag auf einhellige Zustimmung. Am Donnerstag, 15. März, entscheidet der Stadtrat. Gibt der grünes Licht, ist die letzte Weiche gestellt. Dann soll das Geld von 2019 bis 2022 in vier Beiträgen zu jeweils 25.000 Euro fließen. In vier Jahren sollen auch sämtliche Projekte abgearbeitet sein – für 2022 ist der Abschluss des Rossauer Bodenordnungsverfahrens angedacht.