Seehausen l Mit der Gründung des Zweckverbandes Breitband Altmark (ZBA) reagierten die Kommunen nach richtungsweisenden Entscheidungen in beiden Kreistagen auf die schlechte Erschließung der Region mit leistungsfähigen Auffahrten auf die Datenautobahn, die es an wirtschaftlicher Bedeutung längst mit der Verlängerung der A 14 aufgenommen hat.

Die Beteiligten hätten sich ohne Zweifel gewünscht, dass das Prozedere um den Glasfaserausbau, der nur mit Fördermitteln zu stemmen ist, schneller vorangeht. Dafür warb der ZBA im Februar 2019 bei seiner Kampagne für Internetanschlüsse dann nicht mehr mit der einst anvisierten Mindestübertragungsrate von 50, sondern mit bis zu 500 Mbit/s. Das ist in der Regel ein Mehrfaches von dem Angebot der großen Konzerne, die mit ihren Erschließungsplänen lange eine großen Bogen insbesondere um die Dörfer gemacht haben, weil die zu wenig Kundschaft versprachen. Technisch machbar sind mit den neuen Leitungen sogar deutlich höhere Raten.

Investitions-Offensive

Nach der Werbe-Offensive für schnelle Anschlüsse vor einem Jahr folgt jetzt die Investitions-Offensive. Unter den nächsten Bauabschnitten, die die ZBA-Geschäftsführung um Andreas Kluge bekanntgibt, findet sich auch Seehausen wieder. „Wir bauen entlang existierender Breitbandtrassen des ZBA oder unseres Netzbetreibers. Wir orientieren uns an der GasLINE-Trasse, die Anfang dieses Jahres fertiggestellt werden konnte“, so der Verbandsgeschäftsführer. Und ergänzt, dass so die neuen Projektgebiete schnell miteinander verbunden werden können und Anschluss ans Pilotgebiet Cluster 1 – Arneburg bekommen, wo die ersten Leitungen längst in Betrieb sind.

In der Verbandsgemeinde Seehausen betreffen die Aktivitäten vor allem den westlichen Teil – also die Altmärkische Höhe mit allen 14 Orten, Teile des Zehrentals und die Gemeinde Aland, die zusammen mit der Region Arendsee erschlossen werden sollen.

Der Zweckverband weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass es in den Orten nicht immer zu vollständigen Anbindungen kommen kann, was mit den Förderrichtlinien und der aktuellen Leistungsfähigkeit bereits vorhandener Hausanschlüsse zusammenhängt (wir berichteten). Interessenten werden aber ausdrücklich ermuntert, sich auf den Internetseiten des kommunalen Zweckverbandes und des Netzbetreibers mit Straße und Hausnummer nach dem aktuellen Stand zu erkundigen und gegebenenfalls auch jetzt noch einen Vorvertrag abzuschließen. Das geht im Internet unter anderem über die Adresse https://breitband-altmark.de. Mittlerweile gibt es dafür auch eine ZBA-App fürs Smartphone.

Beim Zeitrahmen will sich Andreas Kluge noch nicht festnageln lassen – insbesondere nicht unter den derzeitigen Bedingungen. Die Ausschreibungen für Arendsee und Seehausen Nord werden in etwa zwei Monaten veröffentlich sein. Wobei in diesem Zeitrahmen immer das nächste Projektgebiet folgen soll, bei dem die Planer den Kurs entlang vorhandener Trassen vorgeben und für das die Kommunen zuarbeiten müssen. Eine Leistung, über die der Geschäftsführer unter den derzeitigen Home-Office-Bedingungen stolz ist.

Firmen haben noch Luft

Dass noch genug Firmen im Einzugsbereich arbeitsfähig und interessiert sind, würden aktuell 14 Bewerbungen von Tiefbauunternehmen für das Projektgebiet Bismark-Kalbe zeigen. Aber angesichts von vorgeschriebenen Fristen, Vergabemodalitäten oder Preisentwicklungen und nicht zuletzt auch durch die Folgen der Pandemie will er ungern darüber orakeln, wann aus der Region Seehausen der erste Haushalt oder die erste Firma ans ZBA-Netz angeschlossen ist.