Osterburg l Das Ergebnis der geheimen Abstimmung in der Wahlversammlung war eindeutig: Die neun anwesenden Mitglieder des insgesamt 25 Christdemokraten zählenden Ortsverbandes stellten sich geschlossen hinter die Kandidatur des Amtsinhabers. Schulz dankte für das Vertrauen seiner eigenen Partei, dennoch will der Bürgermeister auch mit weiteren Parteien sprechen, die „keinen eigenen Bewerber aufstellen. Dabei schließe ich ausdrücklich auch die Osterburger Linke nicht aus“, betonte er.

Noch vor der Abstimmung hatte Schulz Bilanz über seine erste Amtszeit gezogen. Die sei dank Unterstützung der Verwaltung, der Ortschafts- und Stadträte sowie der gesamten Bevölkerung sehr erfolgreich verlaufen. Schulz verwies auf positive Trends wie das Plus an Geburten und Zuzügen, die sinkenden Arbeitslosenzahlen, geringeren Leerstände oder die im Vergleich mit anderen Kommunen günstige Kinderbetreuung. Zudem seien millionen­schwere Investitionen, in die Infrastruktur aber auch in die Betreuungs- und Bildungslandschaft, getätigt worden. Und das im Gleichklang mit einem konsequenten Schuldenabbau. „Ende des Jahres haben wir noch eine Pro-Kopf-Verschuldung von 130 Euro. Läuft alles wie von uns geplant, ist Osterburg 2025 mit Ausnahme eines langfristig angelegten Kleinkredites komplett schuldenfrei“, blickte Schulz voraus.

Auch abseits der Finanzen sieht der Amtsinhaber die Einheitsgemeinde gut aufgestellt. Den von ihm verzeichneten „spürbar positiven Trend“ verortet Schulz unter anderem durch die gestiegene Attraktivität von Veranstaltungshöhepunkten wie dem Stadt- und Spargelfest. Er nehme auch ein wachsendes überregionales Ansehen Osterburgs wahr, zu dem Auszeichnungen wie die zur „Kommune des Jahres“ (2016 vom Ostdeutschen Sparkassenverband vergeben) beigetragen haben, nannte er ein weiteres Beispiel.

In der zu Ende gehenden Amtszeit hat Schulz aber auch die Erfahrung gemacht, „dass die gängigen Instrumente der Bürgerbeteiligung nicht mehr funktionieren. Die Menschen kommen nicht in die öffentlichen Sitzungen, um sich zu informieren oder mitzureden“. An diesem Missstand möchte Schulz im Fall seiner Wiederwahl ansetzen, „weil eine erfolgreiche Stadtpolitik nur unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger möglich ist.“ Welche Ideen er dabei konkret verfolgt, dazu äußerte sich Nico Schulz noch nicht. Es gehe aber um neue Formen der Bürgerbeteiligung, die unter anderem über das Projekt „Demokratie leben“ entwickelt werden sollen, kündigte er während der Wahlversammlung am Dienstagabend an.