Iden/Krusemark/Hassel l Was heißt es denn, wenn sich kein Gegenkandidat aufstellt? Kein Interesse? Keine Zeit, keine Traute? „Und manche Leute sind wohl auch zufrieden“, mutmaßte Norbert Kuhlmann (60). Hätte sich der Idener einen Kontrahenden gewünscht? „Das ist mir am Ende eigentlich egal. Es ist sicher auch vorteilhaft, dass man nicht in den Wahlkampf muss, andererseits ist es für die Bürger mit mehreren Kandidaten wohl besser. Aber es gibt ja nun mal keine.“ Norbert Kuhlmann leitet seit 2005 die Geschicke der Gemeinde Iden, strebt seine dritte Amtszeit an. Und die würde besonders gut passen, denn ab Juli 2019 geht Kuhl­mann „in die Ruhephase der Altersteilzeit“.

Es ist Kuhlmanns dritte Bürgermeisterwahl. Bei der ersten im Jahr 2005 hatte er auch keinen Gegenkandidaten. Von den damals 801 Wahlberechtigten erhielt Kuhlmann 204 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 28,5 Prozent. Zu Wahl 2012 stand Rainer Pempel mit auf dem Wahlzettel. Kuhlmann gewann mit 87,82 Prozent der gültigen Stimmen. 478 Personen beteiligten sich an der Wahl – das waren 57,5 Prozent. „Mit Gegenkandidat ist die Motivation, zur Wahl zu gehen, natürlich größer, ich wünsche mir für Sonntag trotzdem einen guten Wählerauftrag.“

Genauso wie Dirk Kautz (52), der für Hohenberg-Krusemark seine zweite Amtszeit anstrebt und sich sehr über Gegenkandidaten gefreut hätte. „Man möchte ja wissen, ob die Leute so einigermaßen einverstanden sind mit dem, was man macht.“ Das lasse sich über eine Auswahl wohl am besten herauskitzeln. Wenns auch mal grummelt, mache Kautz das Amt nach wie vor Spaß. „Ich bin ja froh, wenn sich die Leute melden.“ Kautz gehöre zu den Bürgermeistern, die Aufgaben auch mal gut abgeben können. An die anderen Ratsmitglieder, „das klappt bei uns“. Bei seiner ersten Bürgermeisterwahl im Jahr 2012 hatte Kautz in Alkje Fontes eine Mitbewerberin, wobei Kautz 474 Stimmen (93,12 Prozent) erhielt. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,25 Prozent.

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Der Dritte im Bunde ist Alf Diedrich (53), der für Hassel über die CDU kandidiert und auch gerne einen Kontrahenten gehabt hätte, „aber man kann ja niemanden zwingen“. Diedrichs Kandidatur kam überraschend, ja nur zu Stande, da der Gemeinderat Hassel Bürgermeister Uwe Rihsmann zu suspensieren versuchte, woraufhin dieser zurücktrat. Diedrich hatte zunächst gesagt, dass er eher nicht in erster Reihe stehen möchte, kandidierte dann aber doch. „Ich bin kein Weltretter, aber wir wollen unser Bestes geben.“