Möllendorf l Die Entscheidung sei im Grunde schon 2017 gefallen. „Nach sieben Jahren versuche ich es nochmal", dachte Marion Eggert-Köppe. So lange war der damalige Sieger der Goldbecker Bürgermeisterwahl, Torsten Dobberkau, nun krankheitsbedingt nicht im Amt. Die Möllendorferin kommt schneller wieder zum Zuge. Dass sie neben den Kandidaten Jürgen Lenski und Christian Masche die einzige Frau ist, findet sie nicht erwähnenswert. „Das Geschlecht ist doch eigentlich egal.“ Alle Bürgermeister hätten bislang ihr Bestes gegeben. „Ich habe da Hochachtung, so ein Amt ist anstrengend.“ Und doch möchte sich die fünffache Mutter genau dies nun „antun".

Marion Eggert-Köppe ist gelernte Bürokauffrau und Steuerfachgehilfin. Sie wuchs in Goldbeck auf, machte ihr Abitur in Osterburg, verbrachte ihr ganzes Leben in der Altmark. „Ich bin hier gut vernetzt und kenne meine Region ausgezeichnet“, heißt es in ihrem Wahl-Faltblatt, auf dem sie sich auch mit ihrer ganzen Familie im Bilde zeigt. „Sie steht geschlossen hinter mir.“

Marion Eggert-Köppe möchte Goldbeck weiter nach vorne bringen: die Ortsteile mehr in den Fokus rücken, die örtlichen Vereine und damit die Kulturlandschaft und Traditionen fördern, unbedingt die Zuckerhalle als Veranstaltungsort voranbringen. Als Bürgermeisterin möchte sie die Infrastruktur verbessern, altersgerechte Wohnformen schaffen, den Feuerwehren durch jährliche Boni für ihren Einsatz danken, den Gemeindehaushalt verantwortungsbewusst führen, konstruktiv mit dem Gemeinderat zusammenarbeiten, den Schul- und Kitastandort Goldbeck erhalten und ausbauen, eine gute medizinische Versorgung forcieren, zählt die Möllendorferin einige Aspekte auf.

Bislang ist Marion Eggert-Köppe kommunalpolitisch nicht in Erscheinung getreten, sie habe aber diverse andere Ehrenämter ausgeübt, war unter anderem Schulelternratsvorsitzende der Grundschule Goldbeck. Vier ihrer Kinder arbeiten schon, der Älteste möchte gerne wieder in seine Heimat zurückkehren. Heimatliebe, immer wieder fällt dieses Wort bei Marion Eggert-Köppe, die im Übrigen zwei Schäferhunde hat und sowohl im Osterburger als auch Eichstedter Hundesportverein aktiv ist. Sehr gerne vergräbt sie sich in ihrer Freizeit überdies in Bücher aller Art. Gerade war es der Roman „Wolfsnacht“ von Alice Hoffmann und auch ein Buch über den Ex-US-Präsidenten Donald Trump habe sie mal aus Neugier gelesen.

Für die Goldbecker Wahl 2017 gab es vier Kandidaten. Amtsinhaber Torsten Dobberkau holte mit 602 Stimmen 73 Prozent, gefolgt von Marion Eggert-Köppe (115 Stimmen), Christian Glomm  (65) und Nico Ruppelt (443). Gegen einen Amtsinhaber zu verlieren, sei ja nun „weiß Gott keine Schande“ gewesen.