Werben l Bei acht Ja- und drei Nein-Stimmen fiel der Beschluss des Stadtrats Werben eindeutig aus. Im Vorhinein gab es bezüglich des geplanten Sportbootanlegers samt Slipanlage am Werbener Buhnenhaken (Elbe) im Gremium eine lebhafte Diskussion, an der sich weit mehr Ratsmitglieder als sonst üblich beteiligten. Wolfgang Trösken betonte, dass ihm die Vorstellungen des Vereins zu vage seien. „Es gibt keine genauen Angaben zum Betrieb der Anlage. Ich wüsste gerne ein Konzept, auch zu ihrem Schutz“, so Trösken, der nicht wolle, dass der Stadtrat später „in eine Not kommt, Beschlüsse fassen zu müssen“. Dinge im Nachhinein zu klären, sei völlig falsch.

Ratsmitglied Michael Schnelle, der für die Hafenfreunde sprach, äußerte indes, dass er sich vom Hanse-Sportbootverein nicht mitgenommen fühle. „Wir werden hier einfach abserviert“, so Schnelle. „Das ist alles nicht abgestimmt mit anderen Nutzern.“ Das aber sollte so nicht stehen bleiben: „Ich verstehe deine negativen Gegenargumente nicht, das Hafenfest macht dir niemand streitig, ihr habt doch vorne den Bereich, ihr kommt euch doch gar nicht ins Gehege“, äußerte etwa Doreen Behrens.

Michael Nix schlug vor, eine Abmachung bezüglich des Hafenfestes mit aufzunehmen. Tina Reppenhagen äußerte, „dass der Verein jetzt erstmal vorwärts gebracht werden sollte“. Torsten Schatz, der die Idee grundsätzlich für gut erachtet, störe sich lediglich daran, dass der alte Schiffsanleger im Atemzug mit dem Bau des Sportbootanlegers weg soll. Das aber ist nötig, erklärt Lutz Homann, Stadtratsmitglied und Vorsitzender des Hanse-Sportbootvereins. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft genehmige die neue Anlage nur, wenn sie auf dem Fundament der alten errichtet wird. „Was Neues wird hier nicht mehr zugelassen“, so Homann. Das entsprechende Schreiben hatte er der Beschlussvorlage beigelegt, außerdem von der Kiebitzberg-Werft Havelberg eine Kostenschätzung für den Bau.

Danach kostet der Sportbootanleger, der rund zehn Anlegeplätze (auch für Gäste) bieten soll, rund 70.000 Euro. „Grob geschätzt.“ Das Geld könne der Verein natürlich nur mittels Fördergeldern stemmen. „Aber dafür brauchten wir erst das Okay zum Bau vom Stadtrat.“ Die Frage des Betriebs der Anlage werde im Rahmen des weiteres Prozesses geklärt. „Da gibt es natürlich Ideen“, so Homann.

An den jetzigen Schiffsanleger dürfen nur Berufsschifffahrer anlegen. Der Anleger sei quasi ungenutzt, während die rund 20 Vereinsmitglieder ihre Sportboote in Arneburg, Havelberg oder Wittenberge zu liegen haben. Davon ab erhalte Homann seit Vereinsgründung noch mehr Anrufe von Touristen. „Habt ihr einen Bootsanleger?“

Bilder