Nach Angaben der Deutschen Bahn soll das Gebäude ab Januar 2012 einen neuen Besitzer haben

Chemnitzer Firma will Bahnhof kaufen

Von Nico Maß

Eine Chemnitzer Firma will das Osterburger Bahnhofsgebäude kaufen. Das gab Ivonne Ahrendt von der Station und Service AG der Bahn gestern gegenüber Verkehrsminister Thomas Webel und Bürgermeister Nico Schulz bekannt.

Osterburg l Läuft alles nach den Planspielen der Deutschen Bahn, dürfte das Osterburger Bahnhofsgebäude ab Januar einen neuen Eigentümer haben. Die entsprechenden Verhandlungen mit dem Kaufinteressenten, einem Unternehmen aus Chemnitz, seien sehr weit gediehen, informierte Ivonne Ahrendt von der Station und Service AG der Deutschen Bahn gestern. "Der Kaufvertrag ist endverhandelt", machte sie bei einem Vor-Ort-Termin am Bahnhofsgebäude gegenüber Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) und Bürgermeister Nico Schulz deutlich. Welche Pläne das Chemnitzer Unternehmen mit der Backstein-Immobilie verfolgt, dazu äußerte sich Ahrendt aber nicht. "Wir werden aber nach dem Kauf gern den Kontakt zwischen der Stadt und dem neuen Eigentümer herstellen", sicherte die Vertreterin der Bahn dem Osterburger Bürgermeister zu.

Nico Schulz nahm die Ankündigung über den wahrscheinlichen Verkauf der Immobilie erfreut zur Kenntnis. Dabei war es bis vor wenigen Monaten noch sehr düster um die Zukunft des markanten Gebäudes bestellt. Ende August hatte der Leiter des Regionalbereiches Südost der Deutschen Bahn, Michael Müer, sogar den Abriss in Erwägung gezogen, da es für die seit Jahren nicht mehr genutzte Immobilie schlicht und einfach keinen Kaufinteressenten gab. Nico Schulz reagierte damals umgehend auf diese Ankündigung. Er verwies darauf, dass das Bahnhofsgebäude unter Denkmalschutz steht. Und forderte dazu auf, die Anstrengungen um den Erhalt und die erhoffte Vermarktung des Gebäudes zu verstärken.

Dass diese Bemühungen der Bahn erfolgreich verliefen und sich nun der Verkauf des Bahnhofsgebäudes abzeichnet, kommt überraschend. Ivonne Ahrendt berichtete, dass der Kaufinteressent über einen Makler gefunden werden konnte. Diesen hatte die Bahn 2008 eingeschaltet, nachdem Pläne gescheitert waren, das Gebäude an die Stadt Osterburg zu veräußern. Letztere Variante, die damals von den Stadträten ernsthaft diskutiert wurde, sei mittlerweile aber völlig undenkbar, machte Nico Schulz deutlich. Nicht nur deshalb, weil die Stadtpolitiker einem Unternehmen auf jeden Fall den Vorzug geben würden. Sondern auch wegen der angespannten Finanzsituation der Kommune. "Wir befinden uns in der Konsolidierung. Der Kauf des Bahnhofsgebäudes wäre eine freiwillige Aufgabe, die wir uns nicht leisten können. Und die uns von der Kommunalaufsicht auch nicht genehmigt würde", sagte der Osterburger Bürgermeister abschließend.