Osterburg l Bücherfreunde, die gern selbst in den Regalen der Osterburger Bibliothek stöbern, stehen ab sofort nicht mehr vor verschlossenen Türen. Denn nachdem die Landesregierung am Sonnabend „grünes Licht“ signalisierte, nimmt die Medienstätte ab dem Montag wieder den gewohnten Betrieb zu den üblichen Öffnungszeiten auf. Das hat Bürgermeister Nico Schulz angekündigt. Der Medien-Lieferdienst, den die Bibliotheks-Mitarbeiter auf die Beine gestellt haben, um Leser auch während der Zeit der Schließung mit frischer Schmökerkost zu versorgen, steht aber trotzdem weiterhin zur Verfügung. Die Bibliothek werde also auch zukünftig dienstags und donnerstags von Lesern bestellte Bücher bis vor die Haustür bringen, legte sich der Bürgermeister fest.

Schulz zeigte sich zudem erfreut darüber, dass auch das Proka wieder öffnen darf. „Schön, dass das Land unseren Forderungen nachgegeben hat“, sagte er. Die Öffnung sei aber mit besonderen Hygienevorschriften verbunden. Und auch mit Abstandsregeln, die nach Angaben des Bürgermeisters für das Kaufhaus bedeuten, dass sich dort maximal 120 Personen gleichzeitig aufhalten dürfen. „Die Formulierung dieser Einschränkung zeigt deutlich, dass die Entscheidungsträger überhaupt keine Ahnung von den Zuständen bei uns haben“, kritisierte Nico Schulz. 120 Leute seien selbst zu den besten Zeiten nicht gleichzeitig in dem Kaufhaus gewesen. „Mit mehr Sachverstand, wie es bei uns im ländlichen Raum tatsächlich aussieht, hätte man diesem Geschäft auch schon vor zwei Wochen die Erlaubnis geben müssen“, machte der Bürgermeister deutlich.

Ab dem heutigen Montag öffnen auch die Grundschulen in Osterburg und Flessau. Zunächst für die vierten Klassen und dann bis Pfingsten für jeweils eine weitere Klasse, informierte der Bürgermeister. Dies höre sich erst einmal unkompliziert an, beinhalte aber doch einige Schwierigkeiten. „Denn trotz der Öffnung sind Abstandsregeln einzuhalten. Die Schule benötigt also viel mehr Räume und viel mehr Personal, um alle Kinder zu betreuen. Da hierzu noch die Kinder der Notbetreuung kommen, wird es eng.“ Deshalb unterstütze die Einheitsgemeinde das für die Lehrer und den Schulbetrieb zuständige Land mit Erzieherinnen des Hortes „und indem wir die Lindensporthalle zur Esseneinnahme und weitere Betreuungsangebote zur Verfügung stellen. Wichtig ist mir hierbei nicht die Frage der Zuständigkeit, sondern das Wohl der Kinder“, sagte der Bürgermeister.

Bilder

Schulz ging zudem auf die Ankündigung der Landesregierung ein, ab Freitag, 8. Mai, die Nutzung der Spielplätze freizugeben. Voraussetzung dafür sei aber eine entsprechende Verfügung des jeweiligen Landkreises. Genau dies erwarte er vom Stendaler Landratsamt, stellte der Osterburger Bürgermeister klar. „Denn auch dort muss man keine Angst vor Massenansammlungen haben. So voll waren unsere Spielplätze ohnehin nie.“