Seehausen l Ungewöhnliche Ereignisse erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Auch wenn es im Kampf gegen das Coronavirus nicht kriegsentscheidend ist, wird in der Verbandsgemeinde Seehausen laut darüber nachgedacht, die Eltern von Kindern, die in diesen Tagen nicht betreut werden können, finanziell zu entlasten.

Mit der Vorsitzenden des Sozialausschusses, Claudia Brünicke, und dem Vorsitzenden des Verbandsgemeinderates, Hans-Joachim Hildebrandt, hat sich Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth schon zwei wichtige Verbündete für seine Initiative mit ins Boot geholt. Das letzte Wort habe natürlich das gewählte Kommunalparlament, betont der Bürgermeister. Nur könne das derzeit unter üblichen Umständen ebenso wenig tagen wie die Fachausschüsse. Dass der Verbandsgemeinderat die Idee mehrheitlich mitträgt, davon sind alle drei überzeugt, die in der Kürze der Zeit bereits bei einigen Mitstreitern nachgefragt haben.

Der Plan sieht demnach vor, dass Eltern, die aufgrund aktueller Erlasse die Betreuung ihrer Kinder selbst organisieren müssen, die Monatsbeiträge für Kitas und Hort ab sofort stunden können. Für die eine Familie sind die Beiträge eine kleinere, für andere eine größere Summe im monatlichen Haushaltsbudget, das durch diesen Schritt entlastet werden und für mehr Sicherheit sorgen soll. Denn auch vielen Eltern dürften durch die Pandemie Einkommenseinbußen drohen, wenn einer der beiden zu Hause bleiben muss, ist Kloth fest überzeugt.

Der Grund für die Initiative ist einfach erklärt. Dass die Eltern nicht zahlen, wenn sie dafür keine Leistung in Anspruch nehmen, hat eine gewisse Logik. Nur ist in der entsprechenden Satzung der Verbandsgemeinde zwar vieles geregelt, aber ein Szenario dieser Art nicht berücksichtigt. Für den Verbandsgemeindebürgermeister ist die Initiative aber nur ein erster Schritt. Erklärtes Ziel ist es, betroffenen Eltern die Beiträge ganz und gar zu erlassen, wenn der Verbandsgemeinderat das mitträgt. Bis dahin gilt das Stunden.

Obwohl derzeit keine Entspannung in Sicht ist, blicken die drei Kommunalpolitiker schon auf ruhigere Tage und wollen die Schließzeiten im Sommer für dieses Jahr aussetzen – vorausgesetzt, Kitas und Horte laufen bis dahin wieder im Normalmodus.

Kloth plant schon für die Zeit danach

Wie das organisatorisch gestemmt wird, ist noch nicht klar. Üblicherweise waren die Einrichtungen versetzt zuein- ander immer zwei Wochen zu. Aber viele Familien werden nach der Pandemie einen Urlaub buchen wollen oder das schon getan und sicher auch nötig haben. Dem wolle man keine terminlichen Hürden in den Weg legen, so Kloth.