Arneburg l Ingrid Nakelski war enttäuscht. Die Arneburgerin hat gehofft, dass der Stadtrat sich für eine Bürgerbefragung entscheidet, um auszuloten, ob ein Heinrich-Denkmal auf dem Burgberg mehrheitlich von den Einwohnern gewünscht wird. Das Gremium lehnt jedoch eine Befragung ab. Allerdings wurde ein Termin für eine Einwohnerversammlung zu diesem Thema festgelegt.

Der Arneburger Stadtrat befasste sich am Dienstagabend in der Stadthalle mit dem Einwohnerantrag, der in der vorherigen Sitzung zugelassen wurde. Mit 49 Unterschriften hatten die Initiatoren um die Arneburgerin Ingrid Nakelski die notwendige Unterstützerzahl erreicht. Die Unterzeichnenden wünschen sich unter anderem genauere Informationen zum geplanten Denkmal auf dem Burgberg – inklusive einer Versammlung und einer Bürgerbefragung. Nakelski versuchte am Dienstagabend noch einmal, möglichst viele Stadträte auf ihre Seite zu bekommen und machte die Rechnung zu möglichen Kosten auf, die sich mit einer Befragung ergeben würden. Bei 1400 stimmberechtigten Bürgern der Stadt Arneburg seien mit Portokosten (zweimal 80 Cent) von 2240 Euro zu rechnen. „Das sollte uns die Demokratie wert sein“, sagte sie. Um diese Kosten zu minimieren, machte sie den Vorschlag, jeden Zweiten anzuschreiben.

Weiterhin hätte Ingrid Nakelski Bedenken, dass sich der Burgberg „zu einem Wallfahrtsort für Neonazis“ entwickeln könnte. Sie hätte in Erfahrung gebracht, dass führende Köpfe des Nationalsozialismus in Heinrich I. ein Vorbild gesehen hätten.

In AG konnte jeder mitarbeiten

Arneburgs Bürgermeister Lothar Riedinger (CDU) erinnerte an die seit 2016 bestehenden Bemühungen, für den Burgberg ein vollständiges Konzept zu erarbeiten. Als Folge wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, „in der jeder mitarbeiten konnte“, so Riedinger. Von Anfang an sei versucht worden, möglichst viele Ein wohner in die Gedankenspiele einzubeziehen. Zudem erinnerte der Bürgermeister auch an die Vorstellung der Denkmal-Entwürfe durch den Eberswalder Metallbildhauer Eckhard Herrmann im Januar, als er sich auch gewünscht hätte, dass mehr Arneburger dabei gewesen wären.

Stadtrat Ronny Hertel (CDU) sprach sich für die Organisation einer Einwohnerversammlung aus. „Natürlich müssen wir dann versuchen, einen Konsens zu finden.“ Jörg Heiden (BI Arneburg) findet „eine Bürgerbefragung konkreter“, wie er betonte. „Vorbereitend dazu eine Einwohnerversammlung.“ Riedinger hält eine Befragung „für nicht sinnvoll“, wie er vor der Abstimmung äußerte. „Wir können nicht alles auf den Kopf stellen.“

Künstler kommt nochmal

Vier Arneburger Stadträte votierten für eine Bürgerbefragung zum Denkmal, sieben waren dagegen, eine Person enthielt sich. Somit ist eine Bürgerbefragung vom Tisch. Aber eine Einwohnerversammlung, bei der sich alles um die Gestaltung des Burgbergs und um die Varianten des Heinrich-Denkmals dreht, findet statt. Als Termin wurde Freitag, 28. August, auserkoren. Beginn soll um 19 Uhr in der Stadthalle sein. Auch der Künstler soll dann noch einmal eingeladen werden.

Der Arneburger Kultur- und Heimatverein schlug die Errichtung eines Denkmals für Heinrich I. vor. Die Geburtsstunde der Arneburg ist mit dem Namen des Königs des Ostfrankenreiches (919 bis 936) sehr eng verbunden. Im Jahr 2025 feiert die Stadt an der Elbe ein Jubiläum: das 1100-jährige Bestehen. Spätestens bei dieser Feier sollte nach Ansicht des Stadtrates eine Skulptur Heinrichs I. hoch oben vom Burgberg „grüßen“.