Iden l Anfang August 2020 stellte der Verbandsgemeinderat die Weichen für den Kauf einer gebrauchten Drehleiter, die bereits noch im selben Monat aus der in der Südpfalz gelegenen Stadt Kandel (Landkreis Germersheim) abgeholt wurde. Seitdem hat das Fahrzeug, das für 100 000 Euro erworben wurde, seinen Platz in Iden. In einer Halle. Für das dortige Gerätehaus gibt es Erweiterungspläne. Unter anderem soll ein Stellplatz der erforderlichen Größe geschaffen werden.

Zuletzt gab es jedoch Diskussionen, ob Iden der geeignetste Standort auf dem Territorium der Arneburg-Goldbecker Verbandsgemeinde sei. Einerseits gab es Nachfragen beim Termin in der Arneburger Stadthalle mit Clemens Köhler, der als Brandschutz-Berater für die Verbandsgemeinde fungiert. Andererseits auch beim Finanzausschuss. Ins Spiel wurde die Freiwillige Feuerwehr Hohenberg-Krusemark gebracht, deren Standort somit in Konkurrenz zu Iden stand.

Die Verbandsgemeinde (VG) berief ein Arbeitsgespräch ein. Im Verlauf der Gesprächsrunde bestätigte sich, dass es „keine Zweifel über den Standort Iden innerhalb der Verbandsgemeinde-Wehren gibt“, informiert Dominique Deutsch, Teamleiter Bürgerdienste bei der VG. Nach einhelliger Ansicht sei der Standort Iden personell und auch strategisch die richtige Wahl für die Verbandsgemeinde. Die qualifizierten und ausgebildeten Brandbekämpfer hätten sich irritiert gezeigt, dass ihre fachlichen Entscheidungen und sachgebundenen Empfehlungen bei einigen Räten „anscheinend wenig Gehör finden“ würden. An der Gesprächsrunde nahmen Heiko Köhne, stellvertretender Verbandswehrleiter, und die Ortswehrleiter der beteiligten Wehren Iden, Rohrbeck und Hohenberg-Krusemark teil.

„Die Freiwillige Feuerwehr Hohenberg-Krusemark ist nicht gegen den Standort der Drehleiter in Iden, vielmehr unterstützten wir diesen sogar! Bereits jetzt läuft die Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Kameraden aus Iden und Rohrbeck sehr kameradschaftlich. Unter anderem war bereits ein Kamerad unserer Wehr an der Ausbildung zum Drehleitermaschinisten in Heyrothsberge beteiligt. Ihm werden noch weitere Atemschutzgeräteträger im Korb folgen“, betonte Carsten Meyer, Leiter der Feuerwehr Hohenberg-Krusemark.

„Die Verteilung der Ausbildung der Maschinisten für die Drehleiter auf mehrere Wehren ist wesentlicher Bestandteil des erarbeiteten Konzeptes zur Gewährleistung der Einsatzbereitschaft dieses wichtigen Fahrzeuges. Daher werden wir diese auch, wie in der Präsentation im Verbandsgemeinderat zum Beschluss der Drehleiter präsentiert, weiter ausbauen“, sagt Idens Wehrleiter Dirk Raschke.

Monatliche Beratungen nicht ausreichend

„Diese Drehleiter wird und muss in der gesamten Verbandsgemeinde zur Ausbildung bereitstehen, um einerseits die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten kennenzulernen, als auch die Möglichkeiten aber auch die Grenzen der Drehleiter den Kameraden vorzustellen. Gleichzeitig ist es im Interesse der Technik wichtig, auf einen festen Drehleiter-Maschinisten-Stamm zurückgreifen zu können.“

Die monatliche Wehrleiterdienstberatung wurde von den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehren als nicht ausreichend beurteilt. Es müssten mehr Informationen auch zwischen den Sitzungen erfolgen. In einem ersten Schritt hin zu einem intensiveren Austausch hat die Verbandswehrleitung alle Wehrleiter über anstehende Veränderungen an den Standorten der Feuerwehren und deren Technikausrüstung, die in diesem Jahr noch erfolgen, informiert, sagt Deutsch.

„Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hohenberg-Krusemark sind mit ihren Aufgaben um das für unsere Region äußerst wichtige Tanklöschfahrzeug nicht überlastet“, schätzt Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau (parteilos) nach den Gesprächen ein. Die Hohenberg-Krusemarker Wehr musste bei zahlreichen und oft langwierigen Einsätzen, wie die Statistik zeige, ausrücken. Sie sei ist „ein kompetenter und verlässlicher Partner und Stützpfeiler unserer Brandbekämpfung.“ Damit dies auch auf Dauer so bleibe, „ist es wichtig, alle Wehren nach ihren Möglichkeiten an den Aufgaben auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde zu beteiligen und die nicht unerhebliche Last fair zu verteilen“, meint Schernikau abschließend nach diesen Gesprächen.