Altmärkischer Bürgerzusammenschluss lobt Ideen-Wettbewerb aus / Prämien projektgebunden

Drei "Anstifter" dürfen sich 5000 Euro teilen

Von Ralf Franke

Die vor zwei Jahren gegründete Altmärkische Bürgerstiftung Hansestadt Stendal (ABHS) will die regionale Betonung in ihrem Namen stärker mit Leben erfüllen.

Osterburg l Aus diesem Grund war der vor zwei Monaten neu gewählte Vorstands-Chef Kay Timm gestern in Osterburg, um nach Stendal die altmarkweite Werbung für das neueste Projekt zu starten.

"Anstifter" verkörpert den Grundgedanken des Zusammenschlusses von Privatpersonen, die bürgerschaftliches Engagement in Zeiten klammer öffentlicher Kassen und angesichts des demographischen Wandels stärker fördern wollen. Geld spielt dabei sicher eine wichtige, aber nicht die einzige Rolle. Die Organisation handelt laut Timm nach dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe auch als Vermittler zwischen Leuten und Institutionen, die Unterstützung benötigen und Bürgern, die Geld, Arbeitskraft und damit zwangsläufig auch Zeit, Know-how und dergleichen zur Verfügung stellen können und wollen. Beispiel Lesebank für die Stendaler Bibliothek: Statt eine Bank zu kaufen, suchte und fand die Stiftung ein Unternehmen, das Material sponserte und eine Jugendhilfeeinrichtung, die das Möbelstück zimmerte.

Preisgeld nur für regionale Projekte

Das schont das Stiftungskapital von 74 Mitgliedern (Mindestbeitrag: 500 Euro) in Höhe von 85000 Euro, die derzeit pro Jahr rund 1600 Euro Zinsen für Förderprojekte abwerfen. So viel, so der Vorsitzende, sei das noch nicht. Aber die Stiftung stehe auch erst am Anfang.

Da kommen die 5000 Euro, die die Kreissparkasse Stendal als Preisgeld für den Ideen-Wettbewerb "Anstifter" (eine Anspielung, darauf, das Stifter bei der ABHS nicht nur Geldgeber sein müssen) sponsert, gerade recht. Getreu dem Stiftungsgedanken dürfen die drei Preisträger ihre Prämie natürlich nicht verfeiern, sondern müssen sie in ihre regionalen Projekte fließen lassen. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Mai. Die besten Karten bei der Jury haben Vorhaben, die nachhaltig bürgerschaftliches Engagement stärken. Eine Richtung gibt die Stiftung nicht vor. Die Ideen können sich auf jedes Alter, auf Sport, Kultur, Hilfsprojekte und anderes mehr beziehen. Als früherer Osterburger Amtsgerichtsdirektor ist Kay Timm fest davon überzeugt, dass die Osterburger und die Leute im Umland Ideen mit Pfiff finden werden.

Kämmerer kennt die finanziellen Grenzen

Diese Hoffnung teilt auch Osterburgs stellvertretender Bürgermeister Detlef Kränzel, der als Kämmerer genau weiß, wo die finanziellen Grenzen der öffentlichen Hand sind. Sowohl die Stiftungs- als auch die Wettbewerbsidee findet er sehr gut. Was auch dafür gilt, dass die ABHS ihre Expansion ausgerechnet in Osterburg startet.

Mehr Infos zur Stiftung und zum Ideen-Wettbewerb gibt es im Internet unter www.buergerstiftung-stendal.de.

Übrigens: Für die Internetplattform haben Kay Timm und seine Mitstreiter kein Geld in die Hand nehmen müssen. Der virtuelle Auftritt ist selbstverständlich gestiftet.