Seehausen l Die DRK-Begegnungsstätte Seehausen entwickelt sich immer mehr zu einer Einrichtung, die aus dem öffentlichen Leben der Hansestadt nicht wegzudenken ist. Das wurde auch bei der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins am Mittwochabend einmal mehr deutlich. 2017 besuchten demnach täglich durchschnittlich rund 250 Gäste die Begegnungsstätte. 124 Veranstaltungen von Schulungen über Versammlungen bis hin zu Feiern gingen in dem Mehrgenerationenhaus, das seine Bezeichnung mit den Angeboten für Alt und Junge zu Recht trägt, über die Bühne.

In ihrem Rechenschaftsbericht führte die Ortsvereins-Vorsitzende Marlies Duffe unter anderem die Imker, den Blinden- und Sehschwachenverband, Sportgruppen, ehemalige Eisenbahner oder Kindergärtnerinnen, Mal- und Stick- und Bastelgruppen, Theaterfreunde, den Skatclub und andere mehr auf, die sich unter dem Dach des DRK regelmäßig treffen. Wobei sie mit Blick auf diverse Ausflüge erwähnte, dass sich nicht alle Aktivitäten an der Arendseer Straße abspielen.

Ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt der Begegnungsstätte ist die Kleiderkammer, die sich zu einem Familienkaufhaus gemausert hat. Um für Nachschub zu sorgen, haben Marlies Duffe und ihre fleißigen Helfer im vergangenen Jahr Kleidung aus 49 Containern und von diversen Haushaltsauflösungen einer Wiederverwertung zu geführt. Heißt: Bedürftige können sich für einen kleinen Obolus einkleiden. Die Einnahmen helfen dem DRK dabei, die Kosten für Lohn, Transportkosten, Mieten und anderes zu begleichen. In Stücken rechnen die Verantwortlichen dabei nicht, sondern in Gewicht. Es waren 106 Tonnen, so die Vereins-Chefin. Die in dem Zusammenhang darauf hinwies, dass das etwa 12 Tonnen weniger als im Vorjahr seien, was an Fremdfirmen liege, die ihre Container ebenfalls im Einzugsgebiet aufstellen. Außerdem kritisierte Marlies Duffe einmal mehr den zunehmenden Missbrauch der Altkleider-Container als Restmülltonnen. „Für die Frauen in der Sortierung ist das eine Zumutung“, sprudelte es aus ihr heraus.

Kleiderkammer wichtig

Wie wichtig die Arbeit der Kleiderkammer ist, beweist die Nachfrage. Durchschnittlich 320 Besucher aus dem Altkreis Osterburg und den Nachbarkreisen werden monatlich gezählt, die vom Angebot der Kleiderkammer Gebrauch machen müssen. Dazu werden Tschernobyl- und Rumänien-Hilfsaktionen oder ADRA mit „Kinder helfen Kinder“ unterstützt. Oder Vereine der Stadt, wenn sie etwas für ihre Aufführungen brauchen.

Drittes „Standbein“ der Seehäuser, die für das DRK ehrenamtlich aktiv sind, ist die Blutspende. Jürgen Moll, der den organisierten Aderlass federführend betreut, zählte im vergangenen Jahr an fünf Terminen 458 Spender. Damit wurde das Niveau von 2016 gehalten, was sich sehen lassen könne und ein Beleg dafür sei, das sich sowohl Spender als auch die Mitarbeiter des Blutspendedienstes in Seehausen gut aufgehoben fühlen. Moll freute sich nicht nur über neue Spender, sondern auch über Erstspender, die wieder den Weg ins Feuerwehrgerätehaus fanden. Dort werden dem Ortsverein seit Jahren ideale Bedingungen geboten, lobte Marlis Duffe, die sich in dem Zusammenhang bei allen Spendern, aber vor allem auch bei allen Helfern bedankte, die die vielfältigen Angebote des DRK in Seehausen überhaupt erst möglich machen.

Abschließend vermeldete die Vorsitzende noch zwei geplante Neuerungen. Zum einen wird die Behindertenbeauftragte des Landkreises Stendal künftig einmal im Monat vor Ort Betroffenen mit Rat und Tag zur Seite stehen. Außerdem entstehe derzeit eine eigene Internetpräsenz, wo die Angebote, Termine, Öffnungszeiten und anderes mehr das Mehrgenerationenhaus in Seehausen betreffend zu finden sind.