Seehausen l Die Verbandsgemeinde Seehausen stellt jedes Jahr bei verschiedenen Haushaltsposten unter dem Strich eine erhebliche Summe ein, um die Einsatzfähigkeit der 34 Ortsfeuerwehren in einem Einzugsgebiet von über 440 Quadratkilometern zu gewährleisten. Neben der üblichen Ersatzbeschaffung für Kleintechnik, die persönliche Ausrüstung, dem Erhalt der Gerätehäuser und dem Ansparen von rund 50.000 Euro für neue Einsatzfahrzeuge, dürfte demnächst der Ruf nach einer Drohne lauter werden.

Der Wunsch nach einem fliegenden Auge wurde spätestens im Herbst 2018 nach dem großen Waldbrand bei Seehausen artikuliert, als die Drohne der Firma DiBuKa (Dienstleister im Brand- und Katastrophenschutzfall) gute Dienste dabei leistete, die Lage und das Ausmaß des beziehungsweise der Feuer festzustellen. Wobei Feuerwehren und Verbandsgemeinde nicht mit einem Profi-Gerät liebäugeln, dass im Bedarfsfall nach wie vor geordert werden kann, sondern auf eine deutlich preiswertere Variante für die Schnellerkundung am Einsatzort setzen, ohne gleich mit einer Wärmebildkamera nach vermissten Personen suchen zu können.

Preiswert, aber nicht billig

Dass preiswert nicht billig sein soll, demonstrierte Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth mit einem privaten Gerät, das er sich sozusagen aus Spaß an der Freude angeschafft hat, und Sonnabendvormittag auf dem Gelände des Seehäuser Gerätehauses verantwortlichen Verwaltungsmitarbeitern und Feuerwehrführungskräften zeigte. Um dabei in Aktion die Möglichkeiten der Drohne zu demonstrieren, aber auch um deren Grenzen aufzuzeigen, die die technische Ausstattung nicht zuletzt aber auch der Gesetzgeber setzt – je nachdem wie anspruchsvoll oder wie gefährlich das Gerät ist, beziehungsweise für welchen Zweck es eingesetzt wird. Das private Fluggerät war nicht zum ersten Mal im kommunalen Einsatz. Kloth dokumentierte für spätere Gegenmaßnahmen mit der Drohne schon mal die Taubenplage am Rathaus.

Am Ende zeigten sich nicht nur die Feuerwehrleute von den Möglichkeiten angetan, die die Drohne bei Bränden, aber zum Beispiel auch bei Unfällen von Gefahrenguttransportern leisten kann, um zum Beispiel schon ein Leck auszukundschaften, während die Einsatzkräfte noch die Schutzausrüstung anlegen.

Nützlich für Wasserwehr

Dieter Bolle ging als Vorsitzender des Bau- und Ordungsausschusses sowie als erfahrener Feuerwehrmann noch einen Schritt weiter und brachte als künftigen Nutznießer zudem die Wasserwehr ins Spiel. Sie könnte bei einer Flut mit Hilfe einer Drohne die Lage erkunden, ohne Menschen einem unnötigen Risiko auszusetzen.

Bei der Anschaffung von einer Drohne, die den Ansprüchen der Seehäuser Feuerwehren gerecht werde, geht es nicht um Unsummen, obwohl es auch in dem Fall keine Grenzen nach oben gibt. Für etwas über 3000 Euro wäre nach Kloths Rechnung eine vergleichbare Drohne inklusive Zubehör wie zum Beispiel Koffer, Ersatzakkus, Tablett oder einem größeren Monitor bereits zu haben. Gebraucht würde es deutlich preiswerter gehen.

Die Feuerwehrleute begrüßten die Initiative als wertvolle Ergänzung für die Ausrüstung der Wehren, die bei den in Frage kommenden Schadensereignissen immer mit vor Orts sind. Sie wollten mit der Drohne aber keine der ohnehin eng geplante Ersatzbeschaffung gefährdet wissen.