Feuerwehr und Jäger wollen kooperieren

Drohne mit mehr Durchblick

Eigentlich wollte die Verbandsgemeinde Seehausen bei der Drohne für die Feuerwehr kleinere Brötchen backen. Inzwischen ist nun doch ein fliegendes Auge mit Infrarot-Kamera an Bord im Gespräch. Möglich würde die Anschaffung eine Kooperation mit der heimischen Jägerschaft machen.

Von Ralf Franke 21.07.2021, 13:18 • Aktualisiert: 21.07.2021, 13:45
Anfang des Jahres führte Rüdiger Kloth  Feuerwehrführungskräften in Seehausen eine Drohne vor. Ein neues, fliegendes Auge soll mit Infrarotkamera ein breiteres Aufgabenspektrum abdecken und nicht nur den Brandschützern zur Verfügung stehen.
Anfang des Jahres führte Rüdiger Kloth Feuerwehrführungskräften in Seehausen eine Drohne vor. Ein neues, fliegendes Auge soll mit Infrarotkamera ein breiteres Aufgabenspektrum abdecken und nicht nur den Brandschützern zur Verfügung stehen. Archivfoto: R. Franke

Seehausen - Im Februar dieses Jahres schaffte die Verbandsgemeinde Seehausen für rund 1600 Euro eine gebrauchte, vergleichsweise einfache und damit auch preiswerte Drohne mit Hilfe von Sponsoren für die Einsätze der Feuerwehr an.

Infrarotkamera bietet mehr Möglichkeiten

Seitdem hilft das fliegende Auge den Blauröcken, sich bei Einsätzen schnell einen Überblick zu verschaffen oder bei Erkundungen niemanden unnötig in Gefahr zu bringen. Inzwischen ist doch ein mit Infrarotkamera deutlich besser ausgestattetes Erkundungsfluggerät im Gespräch, das zum Beispiel bei der Suche nach vermissten Personen oder beim Finden von Glutnestern gute Dienste leisten könnte, das aber auch die Jägerschaft mit nutzen könnte, um im Frühjahr vor der Grasmahd Rehkitze vor dem Tod zu retten. Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) stellte die Pläne in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates vor.

Den kompletten Rehnachwuchs, der im Frühjahr in Wiesen von den Müttern „zurückgelassen“ wird, kann man sicher nicht retten, aber der Einsatz von Drohnen zur Koordination von Hegern und ehrenamtlichen Tierrettern erfreut sich wachsender Beliebtheit und würde auch von den Waidleuten vor Ort gern verstärkt praktiziert werden.

Bei einer gemeinschaftlichen Anschaffung und Nutzung von Jägern und dem kommunalen Träger des Brandschutzes ließe sich da bei der Anschaffung einiges sparen. Wobei die finanzielle Beteiligung noch ausgelotet werden müsste. Vielleicht fänden sich ja auch für dieses Projekt wieder Sponsoren, hofft Kloth, für den die rund 6500 Euro teure Anschaffung damit trotz klammer Kassen in greifbare Nähe rücken würde. Selbst Zuschüsse im Dienst des Naturschutzes wären denkbar.

Blauröcke wollen auch Kitze retten

Ins Gehege würden sich die Parteien bei der gemeinsamen Nutzung sicher nicht kommen. Und die meisten der Feuerwehr-Piloten, die derzeit die Drohnen-Einsätze absolvieren, haben sich offenbar auch bereiterklärt, den Jägern bei der Kitzrettung im Frühjahr ehrenamtlich unter die Arme zu greifen.