Unendliche Geschichte

Dürre-Totholz: Stadt Werben investiert in einem Haushaltsjahr 15000 Euro allein in Baumfällungen

Die Hansestadt Werben hat im vergangenen Haushaltsjahr 15000 Euro nur für Fällungen vertrockneter Bäume ausgegeben. Allein vom Friedhof mussten 450 vor allem Nadelbäume entfernt werden. Und das Telefon klingelt weiter.

Von Karina Hoppe
Dieses aktuelle Bild aus dem Lunapark Werben hat durchaus etwas Romantisches, das Problem an sich ist es aber nicht.
Dieses aktuelle Bild aus dem Lunapark Werben hat durchaus etwas Romantisches, das Problem an sich ist es aber nicht. Foto: Karina Hoppe

Werben - Im Lunapark Werben liegt gerade ein Nadelbaum, den Wegwarte und Schafgarbe schon erobert haben. Gehört das Bild vielleicht zu einer Offensive à la „Totholz liegenlassen“? So könnte man meinen angesichts des romantischen Bildes, aber Bürgermeister Bernd Schulze (parteilos) kann dem Totholz-Problem nicht viel Romantik abgewinnen.

Allein im vergangenen Haushaltsjahr musste die finanzschwache Kommune rund 15000 Euro nur in die Beseitigung von vertrockneten Bäumen investieren. Das Gros stand auf dem Friedhof, wo in Folge der Dürrejahre 450 Bäume entfernt werden mussten, darunter viele Fichten. Auch am Freibad heulte die Kettensäge, „15 bis 18 Bäume waren es dort auch“, sagt Schulze. Dann vereinzelt im Stadtgebiet, am Radweg zwischen Werben und Berge und weiter auf dem Deich zwischen Berge und Kannenberg. Nicht zu vergessen die vertrockneten Pappeln am Werbener Wehl. Auf dem Kannenberger Deich war gar das Ordnungsamt bei einer Begehung mit dabei. „Das ist echt ein Problem für uns und täglich klingelt erneut das Telefon. Wenn ein toter Baum schon in Schräglage ist, muss sofort was gemacht werden“, so der Bürgermeister. Je nachdem, um wie viele und wie große Bäume es sich handelt, greifen die Stadtarbeiter zur Kettensäge oder muss eine professionelle Firma ran.

Bürger zahlen geringen Preis für Stadtholz

Die Werkstätten der Stadt werden mit Holz beheizt, insofern brauche Werben auch immer Nachschub. Aber zuletzt war es doch zu viel, der Stadtrat beschloss, das Holz für geringes Entgelt an Bürger der Kommune abzugeben. So flossen bislang wenigstens 1600 Euro in die Stadtkasse zurück.

Was Nachpflanzungen betrifft, müsse sich die Stadt auf jeden Fall beraten lassen. „In Plätz haben sie ja 11000 Kiefern gepflanzt und die sehen alle schön grün aus, wir brauchen sicher auch Tiefwurzler“, so Schulze. Der Bürgermeister begrüßt auf jeden Fall, dass sich in Werben die Initiative „Zukunft pflanzen“ gegründet hat. Freiwillige, die Fachverstand in ihren Reihen haben und bereit sind, einen Teil ihrer Freizeit in das Grün der Kommune zu investieren. So kam zum Beispiel die neue Staudenbepflanzung am Werbener Kreisverkehr zustande. Die Stadt bezahlte die Pflanzen und die Initiative pflanzte nach Plan.

Was das umliegende Baumgerippe im Werbener Lunapark betrifft, gibt’s übrigens auch einen Plan. „Wenn die Stadtarbeiter aus dem Urlaub zurück sind, kommt der Baum weg. Wir haben es bisher einfach noch nicht geschafft. Es gibt ja noch mehr zu tun, als Totholz zu beseitigen.“