Bernd Schulze, Vorsitzender des Sportvereins Rot-Weiß Werben, erhält den Blumenstrauß des Monats Dezember

Ein Leben für den Sport und für die Feuerwehr

Von Andreas Puls

Bernd Schulze aus Berge erhält den Volksstimme-Blumenstrauß des Monats Dezember. Leser schlugen vor, den Vorsitzenden des Sportvereins Rot-Weiß Werben und langjährigen aktiven Feuerwehrkameraden für sein ehrenamtliches Engagement zu würdigen.

Berge/Werben l Bernd Schulze ist Berger Urgestein. Er wurde am 31. Januar 1960 in seinem Elternhaus geboren, in dem er auch heute noch lebt. In Berge wuchs er auch auf und besuchte dort zunächst die Dorfschule. "Wir hatten einen Schulraum, in dem zwei Klassen zeitgleich unterrichtet wurden. In der Mitte stand eine Drehtafel. Auch unter diesen Bedingungen haben wir etwas gelernt", erinnert sich Bernd Schulze. Etwas später ging es nach Giesenslage zur Schule und dann an die POS. Nach Abschluss der 10. Klasse absolvierte Bernd in Stendal eine Ausbildung zum Baufacharbeiter. Danach arbeitete er als Kraftwerksanlagenbauer in Niedergörne. Von 1980 an leitete der Berger als Brigadier die Bauabteilung in der LPG Busch. Mitte der 1980er Jahre besuchte Schulze berufsbegleitend die Meisterschule in Magdburg und schloss diese als Maurermeister ab.

Auch seinen Wehrdienst leistete der Berger ab. "Ich war in Brandenburg stationiert und spielte damals in der Bezirksliga Fußball - bei Vorwärts Hohenstücken", berichtet Bernd Schulze.

Schulze machte sich 1989 selbständig und gründete in Berge seine eigene Baufirma, die er bis heute erfolgreich führt. Mitglied des Werbener Sportvereins ist der Berger bereits seit 1970. Damals hieß der Verein noch BSG Traktor Werben.

Fußball ist bis heute Schulzes Leidenschaft

Der Fußball war und ist bis heute die große Leidenschaft Schulzes. Aktiv spielte er noch bis vor zehn Jahren. Seit dem 16. April 2010 ist er Vorsitzender des SV Rot-Weiß Werben, vorher war er acht Jahre lang Stellvertreter des langjährigen Vereinschefs Wolfgang Hampel. Aktiv ist der Unternehmer noch heute in der Alters-Turngruppe des SV Rot-Weiß, die der Gymnastik, dem Volleyball und dem Fußballspiel frönt. "Das brauche ich für den Stressabbau und um auf das nötigste Bewegungspensum zu kommen", sagt der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder.

Mit 181 Mitgliedern zählt der SV Rot-Weiß Werben zu den größten Sportvereinen in der nördlichen Altmark. Zum Verein gehören die Abteilungen Männerfußball, Kegeln, Tischtennis (alle im aktiven Spielbetrieb); außerdem die Altersturner, eine Frauengymnastik/Aerobic-Gruppe, eine Frauen-Seniorensportgruppe und eine Handball-Frauengruppe.

Ein besonderes Augenmerk wird bei den Werbener Sportlern auf die Nachwuchsförderung gerichtet. So gibt es eine Abteilung Kinder-Fußball, eine Mädchen-Handballgruppe eine Leichtathletik-Gruppe und eine Schüler-Tischtennisgruppe. "Wir haben Kooperationsverträge zwischen dem Schulamt und mit der Grundschule Werben geschlossen und es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte. Bernd Schulze selbst leitet seit drei Jahren die "Bummi-Sportgruppe" des SV Rot-Weiß Werben. "Das macht richtig Spaß. Es geht darum, Kinder zwischen vier und sechs Jahren spielend zu bewegen, ans Sporttreiben heranzuführen, die Motorik zu stärken", erklärt der Übungsleiter. Natürlich sei diese frühe Sportförderung auch wichtig für den Verein - mit Blick auf die Nachwuchsgewinnung.

Mit großen Sorgen blickt Bernd Schulze daher auf die drohende Schließung der Grundschule Werben. Er macht sich Gedanken um seinen Verein, ja die ganze Region Werben. "Wenn der Kreistag bei seiner Sitzung am Donnerstag tatsächlich der Empfehlung des Schulausschusses folgt und das Aus für unsere Schule besiegelt, sehe ich schwarz für die Zukunft unseres Sportvereins und für die Hansestadt Werben. Für die Stadt wäre es der Super-GAU. Dann können wir ans Werbener Ortseingangsschild ein Zusatzschild mit der Aufschrift ,Museum\' anbringen", betont Bernd Schulze.

Er kritisiert scharf die Landesregierug, allen vor Minister Dorgerloh, in den er in Sachen Schulpolitik sogar einmal Hoffnung gesetzt hatte. Diese sei allerdings schwer enttäuscht worden. Ebenso enttäuscht ist Schulze von den Entscheidungsträgern auf Ebene des Verbandsgemeinderates und des Kreises. "Denn objektive Gründe für die Schließung der Werbener Schule gibt es keine."

Doch zurück zum ehrenamtlichen Engagement des Bergers: Neben dem Sport schlug und schlägt das Herz von Bernd Schulze auch für die Feuerwehr. In den 70er Jahren trat er der Feuerwehr Berge bei und war 22 Jahre lang Wehrleiter - bis zur Auflösung der Gemeinde Behrendorf und damit der Feuerwehr in Berge, 2012. Heute gibt es in dem Ort nur noch eine Löschgruppe.

Für seine ehrenamtlichen Verdienste erhielt Bernd Schulze bereits eine Reihe von Auszeichnungen und Anerkennungen.