Osterburg l Grund der Streckensperrung: Die Bahn baut auf der Eisenbahnbrücke über die Elbe. Ob dann auch der Fuß- und Radweg über die Brücke geschlossen wird, konnte die DB-Pressestelle noch nicht bestätigen. Mittlerweile wurde aber auf Prignitzer Seite bekannt, dass der Fuß- und Radweg ebenfalls gesperrt wird, und zwar von Anfang Mai bis Anfang Juli.

Anlass der Bauarbeiten ist laut Bahn-Pressestelle der Korrosionsschutz für die Brücke. Geplant seien sechs Bauabschnitte im Zeitraum von 2018 bis 2022. Je Bauabschnitt werde ein staubbdichtes Gerüst aufgebaut. Gleichzeitig will die Bahn in diesem Zeitraum Oberbauarbeiten durchführen, wozu die Bahndammsanierung und Gleiserneuerung gehört. Der Fuß- und Radweg über die Brücke soll offenbar in den kommenden Jahren bis 2022 immer dann gesperrt werden, wenn der jeweilige Bauabschnitt die Brückenseite mit dem Fuß- und Radweg betrifft, also die östliche Seite der Brücke.

Über die Brücke verläuft der in ganz Deutschland beliebte Elberadweg. Sowohl bei der Touristinfo Wittenberge wie auch beim Landkreis Stendal läuten deshalb die Alarmglocken. Wenn dieser Weg über die Eisenbahnbrücke gesperrt ist, gibt es für Radfahrer keine Möglichkeit mehr, die Elbe zu queren. Die Eisenbahnbrücke ist die einzige Möglichkeit auf den etwa 40 Kilometern zwischen der Fähre bei Schnackenburg und der Fähre bei Werben, um auf die andere Elbseite zu kommen. Für den Tourismus in Altmark und Prignitz könnten die Bauarbeiten der Bahn damit schwerwiegende Folgen haben. Die Wittenberger Autobrücke der B 189 hat keinen Radweg und ist deshalb für Radfahrer zu gefährlich.

Schienenersatzverkehr

Während der Streckensperrung vom 15. April bis 6. Juli will die Bahn zwischen Osterburg und Wittenberge Busse einsetzen. Die Frage liegt nahe, warum dann bereits ab Osterburg gesperrt wird, wenn erst auf der Eisenbahnbrücke über die Elbe gebaut wird. „Baubedingt fahren dann ab Osterburg bis Wittenberge Busse, weil nur dort betrieblich gewendet werden kann“, hieß es dazu von der DB-Pressestelle. Die Züge der S 1 fahren allerdings im Regelbetrieb immer ohne Wenden von Wittenberge wieder zurück Richtung Magdeburg. Günstig für die Reisenden wäre es, wenn die Züge jeweils ab bzw. bis Geestgottberg fahren könnten und nicht bereits in Osterburg enden. Den Fahrgästen nach Seehausen und Geestgottberg bliebe dann das lästige Umsteigen in die Schienenersatzverkehr-Busse erspart. Für Reisende, die ihr Fahrrad dabei haben, gäbe es damit ebenfalls erheblich weniger Probleme. Geestgottberg wäre für das Umsteigen in den Schienenersatzverkehr auch günstiger, weil es dort keine Brücke gibt vom Bahnsteig zum Bahnhofsvorplatz und die Fahrgäste direkt vom Bahnsteig in die Busse einsteigen könnten.

Der angekündigte Schienenersatzverkehr wird auch gravierende Auswirkungen für Reisende haben, die von Wittenberge aus in Richtung Berlin oder in Richtung Schwerin, Wismar, Hamburg fahren wollen. Besonders schwierig dürfte es auch für Bahnreisende mit Kinderwagen und Fahrrädern werden, denn die Busse haben nur ein begrenztes Platzangebot. Ob die Busse auch Fahrräder mitnehmen können, ist noch nicht bekannt. Busse, die Schienenersatzverkehr bedienen, können entweder mit einem Anhänger oder mit einem Heck-Gepäckträger für die Fahrradmitnahme ausgerüstet werden. Solche Busse fahren bereits seit Jahren zwischen Wittenberge und Salzwedel.