Hohenberg-Krusemark l Für den Gemeinderat Hohenberg-Krusemark ist eine neue Trasse für den Elberadweg nicht nachvollziehbar. Dieser führt seit vielen Jahren von Arneburg in Richtung Groß Ellingen, durch Hohenberg-Krusemark und Schwarzholz nach Osterholz wieder an die Elbe. Die neue ins Spiel gebrachte Variante soll den Radler von Arneburg nordwärts nach Dalchau schicken. Demnach entfällt die Route durch die anderen genannten Orte. Der Rat bezog bei seiner Sitzung am Mittwochabend dazu Stellung, ein Beschluss dazu wurde durch Vorschlag von Ratsmitglied Olaf Schmidt nicht gefasst und zurückgestellt.

Als „Farce“ bezeichnete Bürgermeister Dirk Kautz den Text der von der Verwaltung vorbereiteten Beschlussvorlage inklusive Begründung: Schließlich soll die neue Strecke von Arneburg über Dalchau nach Altenzaun führen und kann aufgrund einiger Orte in der Gemeinde Hohenberg-Krusemark, die dann nicht mehr zum Streckennetz des Elberadweges und des Altmarkrundkurses gehören sollen, nicht im Sinn der Interessen der Gemeinde Hohenberg-Krusemark sein. „Der Text wird negativ für uns ausgelegt“, betont Dirk Kautz. „Das werden wir nicht so hinnehmen.“

Während sich die Stadt Arneburg mit einem neuen Trassenverlauf anfreunden kann, gibt es aus der Nachbarkommune ein klares Nein. Was passiert, wenn in diesem Fall keine Einigung erzielt wird? „Die Route kann trotzdem geändert werden“, sagt Simone Tandeck, beim Landkreis Verantwortliche für das hiesige Radwegenetz. Sie weist darauf hin, dass es die radelnden Touristen waren, die sich einen Streckenverlauf nahe der Elbe wünschten. „Wir müssen uns fragen: Was möchte der Gast?“ Nach dem Zusammentragen der Meinungen beider Orte und des Tourismus-Zweckverbandes müsse das Landesverwaltungsamt abwägen und eine Entscheidung treffen.

Kritik

Dass die Radler sich kritisch gegen den Radwege-Verlauf von Arneburg zunächst ostwärts und damit durch Hohenberg-Krusemark äußerten, konnten die regionalen Bettenanbieter, Gastronomen und andere Verantwortliche in der Krusemarker Gemeinde nicht feststellen. „Keiner hat sich bisher bei uns beschwert. Im Gegenteil. Sie finden unsere Region attraktiv, besuchen unter anderem die auf der Route liegenden Kirchen in Kirchpolkritz und Krusemark“, sagte als Gast auf der Ratssitzung Eike Trumpf, der als Anbieter von Ferienzimmern mit vielen Radfahrern ins Gespräch kam

Der Elberadweg, der mehrfach zum beliebtesten Fernradweg der Deutschen gewählt worden war, ist natürlich auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor der Region. Zwischen 60 und 80 private und gewerbliche Anbieter von Fremdenzimmern gibt es in der Gemeinde Hohenberg-Krusemark. Auch andere Geschäftsleute profitieren von den Radlerinnen und Radlern.

Der Rat weiß natürlich, dass der Zustand des Weges auf Vordermann gebracht werden muss. Die Gemeinde ist in diesem Fall in der Verantwortung. „Wir sind natürlich unterstützend tätig“, so Tandeck, die weiß, dass gerade über den Zweiten Arbeitsmarkt einige Projekte zur Verbesserung der Routen realisiert werden. Aber die Gemeinden seien in der Pflicht. Denn diese hätten sich in den 90er Jahren für den Bau und jene Route starkgemacht. „Wir müssen versuchen, die Radwege zu verbessern“, sind sich Dirk Kautz und seine Ratsmitglieder bewusst.

Fakt ist: Die Hohenberg-Krusemarker plädieren für die Beibehaltung der aktuellen Strecke des Elberadweges.