Piksen im Minutentakt

Endlich: Osterburger Senioren glücklich über ihre Corona-Erstimpfung

Spritzen statt schwitzen: Rund 680 Senioren sind in der Osterburger Sekundarschul-Sporthalle gegen das Coronavirus geimpft worden. Sie erhielten den Wirkstoff von Biontech/Pfizer.

Von Karina Hoppe

Osterburg. Wenn die Symptome nach der Impfung zu stark werden, kommt er zurück und beschwert sich – Werner Tietge (91) war zum Scherzen aufgelegt, als er gestern die Sporthalle der Sekundarschule Osterburg verließ. Der Schliecksdorfer war einer von rund 680 Senioren ab dem Alter von 76 Jahren, die sich für den Groß-Impftag unter Regie des Landkreises angemeldet hatten. 40 Personen halfen dabei, diese logistische Herausforderung zu meistern. Rund 20 vom Stendaler Impfzentrum und noch mal so viele von der Stadt Osterburg. So auch Anette Rieger von der Stadt- und Kreisbibliothek. Sie führte Senioren vom Warteraum zum Arzt, weiter zum Impfzelt und von dort zum Ruhebereich. „Das macht wirklich Spaß. Die Leute freuen sich so“, sagte sie.

Internist kommt aus Berlin zum Impfeinsatz

Weil das so ist, könne auch das Osterburger Ärzte-Ehepaar Elisabeth und Uwe Pommrich ihrem „Rentnereinsatz“ gegen Corona so viel abgewinnen. Seit Januar sind die beiden Teil des Impfzentrums Stendal, gestern gehörten sie zu den drei Ärzten beziehungsweise Ärzteteams, die die Senioren vor den Impfungen berieten. Der aus Seehausen stammende Internist Tobias Knappe (39) kam zu diesem Zweck extra aus Berlin angereist. „Ich habe ein paar Tage Urlaub genommen.“ Die Ärzte berieten, die Pikse hiernach nahmen sechs impfberechtigte Personen in separaten Impfzelten vor, darunter die Osterburger Medizinstudium-Stipendiatin Anna Dähnrich (20). Sie hat gerade ihr Physikum bestanden, bei so einer Aktion könne man gut Erfahrungen sammeln. „Der Tag heute macht Hoffnung, dass diese Corona-Zeit bald ein Ende findet“, sagte der Osterburger Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler). „Die Leute bedanken sich auch bei uns, das ist ein schönes Gefühl.“