Osterburg l Doreen Melms tritt die Führungsfunktion am 1. Februar an, die Bestellungsurkunde gab es aber schon am Freitag und damit ein paar Tage vorab. Regierungsschuldirektor Jürgen Kebernik überreichte das Dokument nebst Blumenstrauß an die Osterburgerin und freute sich sichtlich darüber, dass die Vakanz an der Spitze des Lernortes nun endlich Geschichte ist.

Damit bezog sich Jürgen Kebernik auf die jüngere Vergangenheit der Bildungsstätte. Über einen längeren Zeitraum hatte der Mitte 2018 in den Ruhestand gewechselte stellvertretende Schulleiter Thomas Richter den Lernort kommissarisch durch den Unterrichtsalltag gesteuert, weil sich kein Bewerber für die Schulleiterposten fand. Als der Abschied Richters schließlich näher rückte, habe man mit der zeitweiligen Abordnung der bisherigen Arendseer Gemeinschaftsschulleiterin Doreen Melms zu einem Notinstrument gegriffen, damit der Osterburger „Karl-Marx“-Lernort nicht gänzlich ohne Leitung blieb, blickte der Regierungsschuldirektor zurück.

Aus der ursprünglichen Überbrückung für ein paar Monate hat sich nun eine Lösung auf Dauer entwickelt. Weil Doreen Melms an der Osterburger Schule bleiben möchte. Dazu habe sie sich nach reiflichen Überlegungen, für die sie sich auch die nötige Zeit nahm, entschieden, machte die Pä­dagogin gestern deutlich. Für Osterburg sprach unter anderem, dass sich Doreen Melms von Beginn der Abordnung an an der Schule wohl fühlt. „Ich bin hier gut aufgenommen worden“. Zudem hat sie einen besonderen Bezug zum „Karl-Marx“-Lernort. Sie ging dort selbst zur Schule und absolvierte in dieser Bildungsstätte auch ihre Referendarzeit, bevor sie nach der Wende ins Finanzamt wechselte. 2011 kehrte die Lehrerin für Mathematik und Physik in den Schuldienst zurück, „weil das eigentlich immer der Beruf gewesen ist, in dem ich mich gesehen habe.“ Am Arendseer Lernort „Theodor Fontane“ unterrichtete Doreen Melms in ihren Kernfächern sowie in Sport. 2016 übernahm sie die Leitung der Gemeinschaftsschule, von der sie nun in wenigen Tagen Abschied nimmt.

Ihren zukünftig alleinigen Wirkungsort in der Biesestadt, den die Schulleiterin zukünftig gern ein Stück weit mehr ins Blickfeld der Osterburger rücken möchte, sieht sie von seiner Ausstattung her sehr gut aufgestellt. Was wenig wundert, schließlich sei die Sekundarschule auch erst vor wenigen Jahren umfassend erneuert worden, erinnerte sie. Mehr Sorgen bereite dagegen die Dreifeld-Sporthalle. An und in diesem Gebäude gebe es offenkundig Mängel, seien Sanierungsarbeiten angeraten. So habe man beispielsweise registrieren müssen, dass das Dach undichte Stellen aufweise, „an denen es durchregnet“, machte die Schulleiterin deutlich.