Seehausen  l Wahrscheinlich auch deshalb, weil die Einwohner wegen der Corona-Pandemie sozusagen mit angezogener Handbremse ins neue Jahr rutschten und es nicht zu schwerwiegenden Zwischenfällen kam, absolvierten die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen erst am Sonnabend ihren ersten Einsatz im Januar 2021. Kurz nach 11 Uhr wurden die Blauröcke ans Gerätehaus an der Otto-Nuschke-Straße beordert, von wo aus sie es nicht all zu weit zum Ort des Geschehens hatten und auch nicht die üblichen Rettungs- oder Löschgerätschaften zum Einsatz kamen.

Demnach war in der Rettungsleitstelle Altmark die Meldung über eine Dieselspur im Kreuzungsbereich von Waldemar-Estel- und Linden-Straße im Süden der Stadt eingegangen, die es wegen der Rutsch- und Umweltgefahr mit Bindemittel zu beseitigen galt. Laut Stadtwehrleiter Enrico Schmidt waren insgesamt 13 Leute im Einsatz, die mit Hilfeleistungsfahrzeug, Vorausrüstwagen und Einsatzleitwagen anrückten.

Blauröcke fahren mit Maske

In der Tat wäre man in normalen Zeiten eigentlich mit einem Auto weniger ausgerückt, bestätigte Schmidt. Aber die Zeiten sind eben nicht normal, was sich auch darin zeigt, dass wie schon beim ersten Lockdown alle Versammlungen oder Ausbildungen abgesagt sind. Um das Ansteckungsrisiko mit dem hochinfektiösen Coronavirus zu verringern, fahren die Blauröcke in diesen Tagen deshalb nicht nur mit Schutzmasken, sondern auch „unterbesetzt“ – also mit weniger Leuten im Auto als üblicherweise – zum Einsatz, so der Stadtwehrleiter, der auch einer Erklärung dafür hat, warum die Dieselspur zwar kräftig, aber nur kurz war.

Er und seine Mitstreiter von Feuerwehr und Ordnungsamt gehen von einem vergessenen Tankdeckel bei einem Bus oder Lkw aus, was die Stärke des Strahls ebenso erklären würde, wie das Verlieren des Kraftstoffes in einer Kurve.