Meister Adebar

Familiendrama bei den Störchen in Aulosen - Feuerwehr mit Drehleiter im Einsatz

In Aulosen holte die Seehäuser Feuerwehr mit Hilfe der Drehleiter am Montagabend ein totes Storchenjunges aus einem der beiden besetzten Horste. Die Altvögel waren mit dem Kadaver offenbar überfordert, wie die tagelange Unruhe zeigte.

Von Ralf Franke
Mit Hilfe der Drehleiter holten die Seehäuser Feuerwehrleute Patrick Ohlke und Martin Kibach (im Korb) Montagabend in der Nähe des Auloser Schulsees ein totes Storchenjunges aus dem Horst, das offenbar  schon vor ein paar Tagen verstorben war.  Anwohner hatten die Unruhe in der Kinderstube von Meister Adebar bemerkt.
Mit Hilfe der Drehleiter holten die Seehäuser Feuerwehrleute Patrick Ohlke und Martin Kibach (im Korb) Montagabend in der Nähe des Auloser Schulsees ein totes Storchenjunges aus dem Horst, das offenbar schon vor ein paar Tagen verstorben war. Anwohner hatten die Unruhe in der Kinderstube von Meister Adebar bemerkt. Foto: R. Kloth

Aulosen - Ein Tierdrama nahm Montagabend in Aulosen mit Hilfe der Seehäuser Feuerwehr sein Ende – wenn auch kein glückliches. Die Blauröcke der Hansestadt waren nämlich mit ihrer Drehleiter angerückt, um aus dem Horst an der Schulstraße ein Junges zu holen, das wohl schon vor ein paar Tagen verstorben war.

Bestätigung per Drohne

Auslöser des Einsatzes war Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth, der ganz in der Nähe wohnt und von einer aufmerksamen Nachbarin auf das ungewöhnliche Verhalten der Alttiere hingewiesen worden war und der Bitte folgte, mit seiner Kamera-Drohne doch einmal nach dem Rechten zu sehen. Ein Blick von oben bestätigte schließlich den Verdacht.

Es kommt durchaus vor, dass von drei Jungvögeln nicht alle durchkommen. So ist die Natur, der man auch ihren Lauf lässt, wenn die Eltern bei schlechtem Nahrungsangebot das schwächste ihrer Kinder aus dem Horst werfen, die im günstigsten Fall gefunden und in eine Auffangstation wie Rühstädt zum Aufpäppeln gebracht werden. Und auch, wenn ein Junges aus anderen Gründen verstirbt, würden die Altvögel es aus dem Nest stoßen. Aber auch das war nicht der Fall. Im Gegenteil: Ein Elternvogel soll das tote Junge mehrfach im Schnabel gehabt haben, fast so, als ober es verschlingen wollte.

Schlimmeres verhindert

Worauf sich Kloth bei Werner Mohr in Wahrenberg Rat holte, der dort seit vielen Jahren das Geschehen in über 20 Horsten verfolgt. Der riet dazu, das tote Tier aus der Kinderstube zu holen, um Schlimmeres zu verhindern. Bei der Aufregung hätten die lebenden Jungen nämlich über den Rand des Horstes gedrängt werden können. Im Extremfall hätten die alten Adebare das Nest sogar im Stich gelassen.

Schlimmeres verhinderten dann in Absprache mit dem Seehäuser Wehrleiter Enrico Schmidt kurz nach 18 Uhr Drehleiter-Maschinist Patrick Ohlke und Korbführer Martin Kiebach, die den Kadaver aus reichlich zehn Metern Höhe von dem alten Strommast holten, den Avacon nach der Erdverkabelung des Ortes einst für die Großvögel stehen ließ.

Nun hoffen alle Beteiligten, dass bei den Altstörchen und den beiden anderen Jungen wieder mehr Ruhe einkehrt und die Brutsaison auch auf dem zweiten Horst des Dorfes halbwegs erfolgreich beendet werden kann.