Seehausen l Wenn das Jahr allmählich zu Ende geht, wenn die Winterfestmachung und die Überprüfung von Depot, Technik, Einsatzkleidung vorbei sind, dann treffen sich die Leiter der örtlichen Feuerwehren der Verbandsgemeinde Seehausen zu einer letzten Dienstberatung, bei der sie die vergangen elf Monate noch einmal Revue passieren lassen. Am Freitag nahmen sich die Ehrenbeamten dazu im Versammlungsraum des Seehäuser Gerätehauses die Zeit.

Wald brannte woanders

Die Bilanz ließ nach dem Katastrophenjahr 2018, das vor allem durch die schweren Waldbrände bei Bömenzien und Seehausen in Erinnerung bleiben wird, vor allem eine gewisse Erleichterung erkennen. Denn 2019 war zwar wenigstens genau so trocken wie das Vorjahr, weshalb ein neues Großschadensereignis immer wie ein Damoklesschwert nicht nur über den Köpfen der Kameradinnen und Kameraden aus 34 Ortswehren schwebte. Es blieb zum Glück aber aus. Die großen (genauer gesagt: die noch größeren) Waldbrände fanden dieses Mal woanders statt – zum Beispiel im Brandenburgischen bei Lübtheen. Inzwischen hat es im Oktober und November ergiebig geregnet. Im Grundwasser macht sich das zwar noch nicht bemerkbar, aber der Ausbruch eines Vegetationsbrandes dürfte derzeit eher unwahrscheinlich sein.

Ein kleines Wunder

Und so bezeichnete es auch Verbandsgemeindewehrleiter Michael Märten bei seinem Rückblick als kleines Wunder, dass die Feuerwehren nur zu einem Waldbrand bei Kossebau ausrücken mussten, der schnell unter Kontrolle war. Dazu kamen bislang zehn Flächen- und Ödlandbrände und 14 sonstige Brände, worunter in Flammen stehende Strohballen, Mülleimer und dergleichen zählen. Auch die Schwelbrände beim schon öfter kritisierten Albfallverwerter Alba, zu denen die Wehren in Seehausen dreimal gerufen wurden (wir berichteten), gehören dazu.

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45 Mal wurden die Kameradinnen und Kameraden bis Ende November zu Hilfeleistungen gerufen. Auch acht Vekehrsunfälle stehen in der Bilanz, bei denen fünf Personen mit Spezialtechnik befreit werden mussten. Besonders an die sprichwörtlichen Nieren gehen die beiden Unfalltoten. Zur Aufarbeitung des Geschehenen und Gesehenen leisten die Unfallseelsorger des Landkreise Stendal einen wichtigen Beitrag, betonte nicht nur Märten an dem Abend.

Vergleichsweise harmlos, nichtsdestotrotz wichtig, erscheinen die 23 sonstigen Einsätze, die von der Tierrettung über Fehlalarme von Brandmeldeanlagen bis zu Brandsicherheitswachen bei Feiern oder zur Absicherung von Fest-umzügen reichten.

Bei allen Einsätzen habe sich laut Märten einmal mehr gezeigt, wie wichtig Weiterbildung ist. In diesem Zusammenhang konnte er berichten, dass sich 18 Einsatzkräfte als Atemschutzgeräteträger ausbilden ließen, 41 die Funkerausbildung, acht den Sägenschein und über 40 den Truppmann beziehungsweise den Truppführerlehrgang absolvierten. Nicht zu vergessen die über 25 erfolgreichen Teilnahmen an der Qualifikation zur Technischen Hilfeleistung.

Auf der Habenseite konnte Märten dazu auf die angepasste Entschädigungssatzung für Feuerwehreinsatzkräfte, die neue Wärmebildkamera, den ersten Satz Funkgeräte, neue Stiefel oder auf sanierte Löschbrunnen verweisen. Obwohl längst nicht alle Wünsche erfüllt sind, wie er trotz Besserung mit Blick auf bauliche Mängel an Gerätehäusern oder auf den nicht geförderten Tanker zur Vegetationsbrandbekämpfung anfügte.

Nachwuchsgewinnung

Zu den positiven Zeichen zählte der Verbandsgemeindewehrleiter ohne Frage auch den Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Seehausen zur Nachwuchsgewinnung, den die Ortswehren unterstützten, der auf große Resonanz stieß und der 2020 wiederholt werden soll. Das sah auch Verbandsgemeinde-Jugendwart Christian Schneider so, der auf zehn Jugendwehren im Einzugsbereich zählen kann und neben dem Tag der offenen Tür an die erfolgreiche Teilnahme bei Wettkämpfen, Lehrgängen oder Freizeitaktivitäten verweisen konnte, zu denen insbesondere das Jugendzeltlager mit den Nachwuchswehren der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck in Werben zählt. Eine Gemeinschaftsaktion, die fortgeführt werden soll.

Wo der Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth „seine“ Wehren sieht, dazu mehr in einer der nächsten Ausgaben.