Arneburg l Man kann Janine Schaarschmidt locken, wie man will. Mit so etwas wie geschlechtsspezifischen Differenzen braucht man ihr in Bezug auf die Feuerwehr nicht zu kommen. Dass die 24-Jährige ihr Ehrenamt als Kinderwartin der Arneburger Feuerwehr gut macht, habe mit dem Geschlecht überhaupt nichts zu tun. „Ich bin mit dem Herzen dabei. Und ohne meine fleißigen Helfer wäre so vieles ohnehin nicht möglich“, sagt Janine Schaarschmidt. Und nennt auch gleich ein paar Namen: Florian Kirchbach, Jan Swientech, Dominik Fruhner, Marcus Fruhner, Christian Fruhner und einige Eltern. „Auf die kann ich immer zählen!“

Das heißt also, die Feuerwehr ist grundsätzlich auch etwas für Frauen? „Warum nicht? Warum ist Karate auch was für Frauen?“ Trotzdem wurde Janine Schaarschmidt während der Jahreshauptversammlung auch besonders hervorgehoben, da sie bei der Feuerwehr Arneburg die einzige Frau mit der Ausbildung als Gruppenführerin ist. Und im Übrigen nicht nur das. Janine Schaarschmidt, die aus Osterburg stammt, gehört als Atemschutzgeräteträgerin auch zum Goldstaub der Feuerwehren verbandsgemeindeweit. Mit ihrer Ausbildung als AGT-Trägerin erlebte sie den Brand in Klein Ellingen Ostern 2017 als ihren bisher herausforderndsten: „Der Einsatz kam kurz nachdem wir unser eigenes Osterfeuer beendet hatten. Alle waren also müde und k. o. Der Einsatz dauerte die ganze Nacht. Am schlimmsten waren die Kälte und der Hunger. Verpflegt wurden wir erst morgens von unseren eigenen Leuten im Gerätehaus. Gerade für uns als Atemschutzgeräteträger ist so ein Einsatz immer kräftezehrend. Wir sprechen heute noch oft darüber.“

Janine Schaarschmidt, die als Bürosachbearbeiterin im Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg in Tangermünde arbeitet, kam 2013 durch ihren Partner zur Arneburger Feuerwehr. „Nach langem Überreden“, wie sie sagt. Bereut habe Janine Schaarschmidt diesen Schritt keinesfalls. Klar, es gibt Tage, da würde sie am liebsten hinschmeißen, „wenn der Zusammenhalt nicht gegeben ist und der Träger der Feuerwehr uns Steine in den Weg legt“. Aber meistens liebe sie ihr Ehrenamt doch, weil sie helfen und andere glücklich machen könne. Als Kinderwartin natürlich vor allem die Kinder, die unter anderem während der 130-Jahrfeier gezeigt haben, was sie alles drauf haben. Und die im Übrigen stolz wie Oskar auf ihr Kinderfeuerwehr-Fahrzeug sind. Für die Zukunft der „Löschräuber“ wünscht sich Janine Schaarschmidt „weiterhin gutes Gelingen und viele neue Mitglieder, die später auch die Jugendfeuerwehr besuchen“. Und im Idealfall im aktiven Dienst hängen bleiben. „Heißes Hobby gesucht? Dann komm zu uns“, schlägt Janine Schaarschmidt noch einen Slogan zur Mitgliederwerbung vor. Frau oder Mann, egal. „Im Einsatz sind wir alle gleich.“