Seehausen l Vor einem Jahr ist die Verbandsgemeinde Seehausen bei der Förderung von Löschfahrzeugen zur Vegetationsbrandbekämpfung leer ausgegangen, obwohl die Kommune über Tausende Hektar Forst verfügt und 2018 ein großer Waldbrand nur mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften, Helfern sowie Technik in Schach gehalten werden konnte. Bei dem neuen HLF 20 (Hilfe-Leistungs-Fahrzeug), das für die Freiwillige Feuerwehr Krüden geplant ist, sieht die Sache jetzt aber offenbar deutlich freundlicher aus.

In dem Fall will die Verbandsgemeinde bekanntlich richtig klotzen und setzt auf eine echte Neuanschaffung. Nicht nur weil das alte Einsatzfahrzeug in die Jahre gekommen ist und sich die Reparaturen häufen, sondern weil neben Seehausen auch die Krüdener Blauröcke auf der anderen Seite der Bundesstraße besonderes gefordert sein dürften, wenn die Autobahn mit Abfahrt Seehausen 2025 in Betrieb genommen werden soll.

Signal aus Magdeburg

In der Sitzung des Bau- und Ordnungsausschusses, der bekanntlich auch für alle Feuerwehrthemen zuständig ist, ließ Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) am Mittwochabend zum Schluss des öffentlichen Sitzungsteils die sprichwörtliche Katze aus dem Sack. Der erste Verwaltungsbeamte im Seehäuser Rathaus, der selbst aktiver Feuerwehrmann ist, hatte am Mittwoch im Magdeburger Innenministerium angerufen und sich beim zuständigen Referatsleiter nach den Chancen für eine Förderung des Fahrzeugs erkundigt und die Nachricht erhalten, dass die Verbandsgemeinde als Trägerin des Brandschutzes mit den beantragten 190 000 Euro Fördermitteln planen könne.

Klimmzüge muss die Kommune trotzdem noch machen. Denn das allradgetriebene Fahrzeug, das auf der Agenda steht, soll mit Vollausrüstung 540 000 Euro kosten. Da wäre neben einem rund 300 PS starken Ad-Blue-Diesel, dem Löschwassertank und einer leistungsfähigen Pumpe auch für eine Schaumanlage, Pressluftatmer, Schere, Spreizer, Hebekissen, Hochleistungslüfter, Motorsäge oder eine Lichtanlage gesorgt, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Lange Lieferzeiten

Den Eigenanteil spart die Verbandsgemeinde seit 2019 in vier Jahresscheiben zusammen. 2022 ist die Anschaffung geplant, bevor die Förderperiode ausläuft. Und die Kameradinnen und Kameraden um Wehrleiter Lutz Mewes hätten noch genug Zeit, sich die entsprechende Routine für das Hightech-Mobil anzueignen.

Wie das Auto aussehen könnte, hatten sich interessierte Blauröcke der Verbandsgemeinde schon einmal im Juli am Seehäuser Gerätehaus vom Feuerwehrausstatter Magirus eindrucksvoll vorführen lassen. Nicht weil sie nicht abwarten können, sondern weil die Lieferzeit durchaus zwölf Monate betragen kann.