Seehausen l Die Kontrolleure, die sich aus Feuerwehr-Führungskräften der Verbandsgemeinde rekrutierten, teilten sich am Sonnabend in vier Gruppen auf, um die 34 Gerätehäuser sowie die Kleiderkammer anzusteuern. Am Ende der Kontrollfahrten gaben Lutz Mewes, Mario Wegener, Karsten Noffke und Armin Vinzelberg im Seehäuser Gerätehaus die Auswertungen der einzelnen Gruppen wieder, die Michael Märten dann zusammen fasste.

Bei ihrem Rundgang durch die Feuerwehrstützpunkte überprüften die Kontrolleure die vorhandene Schutzbekleidung aber auch Nachweise über Belehrungen zu den Unfallverhütungsvorschriften. Zudem forderten sie Ausbildungspläne und Unterlagen über besonders brisante Objekte in den einzelnen Orten wie Schulen oder Kindertagesstätten ab. Abseits davon hatten die Gruppen den Zustand der Ausrüstung und Geräte auf dem Zettel, auch die richtige Verlastung auf den Fahrzeugen wurde in Augenschein genommen. Nicht zuletzt rückten der Zustand der Gerätehäuser und die Löschwasserversorgung in das Blickfeld der Kontrolleure. Und genau dort gibt es seit Jahren Probleme.

Denn während Michael Märten den Kameraden der Feuerwehren angesichts ordentlicher und sauberer Stützpunkte, vorhandener Ausbildungs- und Dienstpläne sowie Nachweise über Belehrungen bescheinigen konnte, ihr Bestes gegeben und ihre Hausaufgaben erledigt zu haben, bereitet der Zustand einiger Gerätehäuser Sorge. So mussten wieder mehrere Schäden erfasst werden. Dabei bleiben mittlerweile selbst Standorte nicht außen vor, die nach der Wiedervereinigung erneuert wurden. Was wenig verwundert, schließlich seien die entsprechenden Sanierungsarbeiten zum Teil auch schon wieder 25 Jahre her. Doch selbst dort, wo das Geld für Reparaturen oder Ausbesserungen zur Verfüng stehe, sei es schwer, Firmen für diese eher kleinen Aufträge zu finden. Ein Beispiel dafür sei Drösede, wo 2017 ein Sturmschaden verzeichnet wurde, dort müsste dringend das Dach in Ordnung gebracht werden. Ein weiteres Problem: Wie die Kontrollfahrt das Feuerwehr-Führungskräfte noch einmal aufzeigte, sind vielerorts Teile der persönlichen Schutzausrüstung der Kameraden wie Stiefel, Helme und Hakengurte in die Jahre gekommen. Zwar konnten schon 100 Paar Stiefel angeschafft werden, zu versorgen seien aber über 600 Feuerwehrkameraden. Auch dies sei eine wichtige Aufgabe, die trotz des nötigen finanziellen Aufwandes gelöst werden müsste.

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Schließlich ist die Löschwasserversorgung in der Verbandsgemeinde zu einem „Sorgenkind“ avanciert. Die beiden zurückliegenden heißen und vor allem auch trockenen Jahre hätten den Grundwasserspiegel erheblich sinken lassen, deshalb sei es eine gewaltige Aufgabe, die Löschwasserversgung aufrechtzuerhalten. Dazu kämen noch einige defekte Brunnen, die zu erneuern sind, stellte die Auswertungsrunde eine weitere Investition in den Raum, die ordentlich ins Geld gehen dürfte.

Verbandsgemeinde-Bürgermeister Rüdiger Kloth und Dieter Bolle als Mitglied des Verbandsgemeinderates nahmen an der abschließenden Auswertung teil. Kloth war auch bei einigen Stationen dabei, die von einer Gruppe angefahren wurden. Er dankte den Kameraden für ihre doch sehr aufwändige ehrenamtliche Tätigkeit. Größtes Manko seien die Gerätehäuser. Aber nach und nach werde dort Abhilfe geschaffen, selbst wenn es schwierig sei, die nötigen Firmen zu finden, sagte der Bürgermeister. Kloth forderte die Kameraden aber auch zur Kontrolle darüber auf, ob es „Karteileichen“ in ihren Gerätehäusern gebe. Teilweise hänge noch die Ausrüstung von Kameraden, die schon vier oder fünf Jahre nicht mehr aktiv waren, machte er deutlich. Für Kloth ist es zudem weiterhin Ziel, eine Vollzeitstelle für einen Gerätewart in Seehausen einzurichten. Derzeit handele es sich um eine Halbtagsstelle, die aber voll ausgelastet sei. Kloth äußerte die Hoffnung, dass der Verbandsgemeinderat der Vollzeitstelle zustimmt. Denn ein Gerätewart koste nicht nur. Durch seine Arbeit werde vielmehr auch Geld eingespart, das anderweitig eingesetzt werden könnte, machte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister deutlich.