Goldbeck l „Der Papierkram ist noch nicht ganz abgeschlossen, aber die Weichen für eine gemeinsame Zukunft sind gestellt. Wir haben die mündliche Zusage“, informierte Goldbecks Wehrleiter Philipp Drechsel. Vor dem Dorfgemeinschaftshaus gab es schon mal ein Gruppenbild mit allen Kameraden. Auch die Petersmarker verstärkten die Reihen, schließlich verbringen sie die Ausbildungsnachmittage zusammen.

Drechsel, der in seinen Ausführungen auf das Jahr 1898 einging, als 13 Gründungsmitglieder die Feuerwehr Möllendorf aus der Taufe hoben, blickte dann auf Goldbeck. Auf seiner ersten Jahreshauptversammlung als Wehrleiter in Goldbeck 2015 zählte Drechsel 46 Mitglieder, davon neun in der Jugendwehr und 11 in der Altersabteilung. Inzwischen sind einige aktive in die zweite Reihe gerückt, doch „ich hoffe, durch Möllendorf sieben neue Kameraden dazuzugewinnen“, so der Wehrleiter. Am 22. November 1909 hatten 28 Goldbecker bei der Gründung ihrer Wehr unterzeichnet. Dank Bernhard Voß an der Spitze ab 1957 erhöhte sich die Mitgliederzahl auf 40. Dem folgten die wettkampferfolgreichsten Jahre. 1959 bauten sich die Kameraden in der Ackerstraße sogar ihr eigenes Gerätehaus. Mitte der 60er kam es zur Gründung der Frauenlöschgruppe. Unter Lutz Hinze, der von 1993 bis 2013 die Geschicke der Wehr lenkte, ging schließlich 1996 der Umbau des um 1900 errichteten Wirtschaftsgebäudes der Zuckerfabrik zum heutigen Gerätehaus vonstatten.

Ein Problem, das Möllendorf kennt, aber nie beheben konnte, während im Gegensatz dazu die Goldbecker Platz hatten, 1999 ihren neuen LF 8/6 unterzustellen. Nach unsteten Zeiten in Goldbeck – mit einem halben Jahr Lars Dahlmann als Chef und anschließend ohne Wehrleitung – war mit dem damals 25-jährigen Philipp Drechsel als Berufsfeuerwehrmann in Hannover im September 2014 die Idealbesetzung und der 15. Wehrleiter gefunden. Friedrich Bohs verabschiedete sich indessen 2015 aus der Führungsriege in Möllendorf. Drechsel schaute auch Richtung Petersmarker, die seit 2017 ohne Leitung dastehen und die er seitdem nach Goldbeck zu Ausbildungsterminen einlädt.

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Jugendarbeit

Apropos Ausbildung. Die Jugendarbeit, so der stellvertretende Wehrleiter Gunnar Falk, blicke in Goldbeck auf 52 Jahre zurück. Dank Arbeitsgemeinschaft an der Grundschule ist dort seit 2008 die Voraussetzung für Feuerwehrnachwuchs geschaffen. Nach seiner Bilanz stellte Philipp Drechsel neue Ziele vor: Das Gerätehaus soll um einen Sanitärbereich und zwei Räume erweitert werden. Außerdem wünscht er sich die Anschaffung eines LF 20.

Nicht zuletzt dankte er den zwei großen Unterstützern in seiner Anfangszeit mit Blumen: Harald Dähre, der nach dem letzten Wehrleiter in Möllendorf sein Ansprechpartner war, und Stefan Schlemmer, der bei der Zusammenführung beider Wehren half, wo er nur konnte.

„Bei 29 Ortswehren finde ich es umso schöner, wenn zwei sich einig sind“, bemerkte Verbandsgemeindewehrleiter Michael Nix, „Fusion heißt immerhin, dass eine aufgelöst wird.“ Großes Lob sprach Drechsel wiederum Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau aus, der für eine gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr verantwortlich zeichne, ebenso wie Michael Nix und Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich.

Zu seiner Überraschung beschenkten die Goldbecker Kameraden Philipp Drechsel – „wir haben eine richtig gute Truppe“ – nach seiner Beförderung zum Brandmeister.