Zahlen aus dem Hitze-Sommer

Die sechs größten Einsätze:

31. Mai: Waldbrand bei Bömenzien, 4 Hektar, 210 Einsatzkräfte

27. Juni: Getreidefeldbrand mit Waldangrenzung

bei Insel, 21 Hektar,

75 Einsatzkräfte

28. Juni: Getreidefeldbrand mit Waldangrenzung

bei Heeren, 30 Hektar,

75 Einsatzkräfte

28. Juni: Getreidefeldbrand mit Waldangrenzung

bei Krevese, 35 Hektar,

61 Einsatzkräfte

7. Juli: Getreidefeld- und Waldbrand bei Poritz, 40 Hektar (davon 6 Hektar Wald), 198 Einsatzkräfte

18. bis 20. September: Waldbrand zwischen Seehausen und Behrend, 35 Hektar,

877 Einsatzkräfte

Binnen fünf Monaten gab es im Landkreis Stendal in Summe 644 Einsätze verschiedenster Art, das heißt von der Ölspur über Containerbrände und Türöffnungen bis hin zu Tierrettungen. Dabei waren 169 von 200 Feuerwehren im Einsatz. Insgesamt leisten in den 200 Feuerwehren des Landkreises Stendal 3700 aktive Kameraden ehrenamtliche Arbeit.

Arneburg l Die Kameraden am ersten Tag hatten die anstrengende Arbeit, jene am zweiten die dreckige. So erzählten am Sonnabend vor der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) Arneburg Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Rochau rückblickend auf den großen Waldbrand zwischen Seehausen und Behrend. Die Rochauer waren Teil der Schicht von Mittwoch 18.30 Uhr bis Donnerstag 8 Uhr. Es galt immer noch, Glutnester zu löschen. Dabei mussten sie durch den verkohlten Wald – Drecksarbeit eben. Drecksarbeit, die die Rochauer wie all die anderen Feuerwehrleute gerne gemacht haben. Als Landrat Carsten Wulfänger hiernach zur Dankeschön-Veranstaltung lud, sei ihnen gleich klar gewesen, dass sie dabei sind. Es gehöre sich auch ein bisschen so, sagte sinngemäß Heiko Packebusch. Warum sollten sie diesen Dank nicht annehmen? Die Ehrenmedaille genauso wie Suppe, Fleisch und Bier, vorneweg die wohltuenden Worte. So bezeichnete Wulfänger die Kameraden als „Herzstück der Region“. Er erinnerte exem­plarisch an die größten Brände des Jahrhundertsommers 2018, betonte, dass diese „ohne Euch nicht beherrschbar gewesen wären“. Dass bei insgesamt 644 Einsätzen verschiedenster Couleur niemand ernsthaft verletzt wurde, sei Zeichen dafür, dass die Ehrenamtlichen vorher soviel Zeit in ihre Ausbildung gesteckt haben. Auch dafür ein Dank.

Hubschrauber, Wasserwerfer, Panzer, Pflüge: Der Landkreis rückte dem Feuer auch mit verschiedenster Technik zu Leibe. Dabei habe Wulfänger vor allem auch zuletzt in Bezug auf den Seehäuser Brand immer auf die Hilfe des Innenministers bauen können. „Er rief mich an und sagte, wenn ihr noch was braucht, melde dich, auch nachts.“ Stahlknecht drückte seinen Dank auf der kleinen Bühne vor der FTZ schließlich durch eine Geste aus: Er verneigte sich vor den zumeist in Uniform erschienenen Feuerwehrleuten. Hiernach sprach Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich noch von „sehr bewegenden Momenten“ und wünschte weiterhin „Gut Wehr!“.

Die Ehrenmedaillen warteten derweil schon in Reih und Glied aufgestellt auf einem Tisch neben der Bühne. Stahlknecht und Wulfänger überreichten die erste Charge an Feuerwehr-Vertreter aus allen neun Einheits- und Verbandsgemeinden des Landkreises. Gab es nach den Hochwassern 2002 und 2013 Ehrennadeln zum Anstecken, erhalten die Kameraden nun etwas für die Vitrine. Mit 24 Karat Feingold veredelt. Der Landkreis ließ zum Preis von 6000 Euro zunächst 1000 Ehrenmedaillen anfertigen.

Bilder

Da der Seehäuser Einsatz noch so frisch und dazu von so großer Dimension war, fand auch Einsatzleiter Michael Märten noch Worte des Danks, auch an die Unterstützer aus Niedersachsen und Brandenburg sowie an helfende Landwirte. Märten betonte, dass das Löschen eine Gemeinschaftsleistung war. Zu dieser großen Gemeinschaft gehörte auch Mesebergs stellvertretender Ortswehrleiter Hartwig Brünsch. Er bezeichnete die Veranstaltung an der FTZ als „schöne Geste“.