Seehausen l Als sich die Wehrleiter oder deren Vertreter aus der Verbandsgemeinde Seehausen am Freitagabend zur letzten Dienstberatung des Jahres trafen, war auch Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth mit von der Partie – sowohl als Dienstherr der 34 Ortswehren als auch als aktiver Feuerwehrkamerad, der weiß, über was er spricht. Und nachdem er den Einsatzkräften im Schulungsraum der Seehäuser Stadtwehr ebenso für deren Engagement gedankt hatte wie den rückwärtigen Diensten, hatte er noch ein paar Nachrichten dabei, was die Entwicklung der ehrenamtlichen Hilfeleister betrifft.

Positiv sei zum Beispiel die Zunahme der aktiven Feuerwehrmitglieder von 591 im Jahr 2016 auf derzeit 650. Wobei er die nackten Zahlen nicht überbewerten wollte, weil es noch immer Karteileichen gebe und weil viele Blauröcke auswärts arbeiten würden, wo­runter die Einsatzbereitschaft am Tag leide. Mitglieder- und Nachwuchsgewinnung genießen daher weiter große Priorität, womit er auch noch einmal den Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Seehausen lobte.

Beifall gab es für die angepasste Entschädigungssatzung, die künftig unter anderem den Einsatz aktiver Kameraden stärker belohnt und für die Absolventen aufwändigerer Lehrgänge eine Prämienzahlung vorsieht, die übrigens Altkreisbrandmeister Dieter Bolle angeregt hatte. Wieviel Mehrkosten für den Haushalt der Verbandsgemeinde entstehen, lässt sich noch nicht abschätzen. Aber Kloth betonte in dem Zusammenhang, dass die Mitglieder des Verbandsgemeinderates hinter den Feuerwehren stehen würden.

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Ausgaben gesteigert

Apropos Kosten: Die Ausgaben für die Feuerwehren haben sich seit 2016 kontinuierlich um rund 100.000 Euro auf geplant 380.000 Euro in diesem Jahr gesteigert. Ausnahme war 2018 mit 44.000 Euro, wobei über 70.000 Euro Mehrkosten allein durch die Waldbrände bei Seehausen und Bömenzien angefallen sind, über die das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen ist.

Mehrkosten verursacht auch die halbe Stelle des Gerätewartes. Wobei sich die Arbeit von Enrico Schmidt nicht nur bei der Einsatzbereitschaft positiv auswirke, sondern andererseits durch Wartung und Reparaturen in Eigenregie bares Geld sparen helfe. Mittlerweile würde man sich sogar eine Vollzeitstelle wünschen.

Dass man noch nicht alle baulichen Mängel an den Gerätehäusern abstellen konnte, liege laut Kloth nicht immer an klammen Kassen, sondern auch daran, dass für kleinere Reparaturen angesichts gestiegener Nachfrage oft zeitnah keine Fachfirma verpflichtet werden könnte. Dafür wurden in diesem Jahr vor allem auf der „Altmärkischen Höhe“ circa 78.000 Euro in die Erneuerung von Löschwasserentnahme­stellen investiert – darunter eine Zisterne.

Er erinnerte noch einmal kurz daran, dass Seehausen vom Land keines der Löschfahrzeuge zur Vegetationsbrandbekämpfung abbekommen habe. Betonte aber, dass man einen zusätzlichen Tanker gut gebrauchen könnte. Vielleicht gebe es ja eine Lösung, die ohne Fördermittel auskommt.

Fest eingeplant sei auf jeden Fall das HLF 20 (Hilfeleistungs-Fahrzeug) für die Krüdener Wehr im Jahr 2022. Allerdings setzen die Veranwortlichen auch bei der etwa 400.000 Euro teuren Investition auf Fördermittel. Was sich vor allem mit der Nähe zur künftigen Autobahn begründen lässt.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind und der Fördermittelbescheid vorliegt, soll die freiwillige Fusion der Feuerwehren Jeggel und Lindenberg 2020 mit einem Gerätehaus in Jeggel räumlich vollendet werden. Das Objekt dafür ist längst gekauft. Rund 130.000 Euro soll es inklusive 67.000 Euro Zuschüssen kosten, einen DIN-Stellplatz und sanitäre Einrichtungen für die Feuerwehr zu schaffen. Außerdem müsste im ersten Quartal 2020 die Umrüstung auf die neuen Digital-Handfunksprechgeräte vollendet werden.