Goldbeck l Arneburg-Goldbeck erfindet das Rad nicht neu. „Gutes kann man ruhig kopieren“, sagt Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau. In diesem Falle von der Hansestadt Stendal. Nach Kenntnis von Schernikau und auch Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich ist die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck landkreisweit die erste „Flächenkommune“, deren Mitgliedsgemeinden die Ölspurbeseitigung auf ihren kommunalen Straßen konsequent in Fachhände geben möchten. Die Verwaltung der Verbandsgemeinde sei nun dabei, eine gemeinsame Ausschreibung dafür vorzubereiten.

Kameraden übernehmen Aufgaben der Kommune

Mit der Vergabe der Ölspurbeseitigung wollen die Mitgliedsgemeinden ihre Feuerwehrkameraden entlasten, das Prozedere stringenter und durch gemeinsame Ausschreibung vielleicht auch kostengünstiger gestalten. Bisher wurden mitunter auch Fachfirmen gerufen, jede Mitgliedsgemeinde, jeder Einsatzleiter handhabte das für sich. In jedem Fall haben die Kameraden, die aufgrund der engen Personaldecke schon in immer größeren Ausrückebereichen organisiert sind und damit öfter alarmiert werden, im Rahmen der Ölspurbeseitigung auch Aufgaben mit übernommen, die originär nicht ihre sind. „Verantwortlich ist der Straßenbaulastträger“, erklärt Schernikau – auf kommunalen Straßen eben die Kommunen. Dazu komme, dass die Feuerwehren den heutigen Richtlinien bei der Ölspurbeseitigung gar nicht gerecht werden könnten: „Vor allem aber ist die Ölspurbeseitigung nicht unsere Aufgabe, wir sind eine Feuerwehr, keine Ölwehr“, sagt Verbandsgemeindewehrleiter Michael Nix, der die neue Handhabe sehr begrüßt. Wenn Gefahr in Verzug ist, seien der Bereitschaftsdienst der Verbandsgemeinde und die Feuerwehr auch mit fester Fachfirma im Rücken weiterhin mit im Boot, „aber wir können dann früher wieder abrücken“.

Feste Anrückzeit soll festgelegt werden

Laut Schernikau soll nach dem Vorbild der Stendaler Ausschreibung auch in der Arneburg-Goldbecker festgelegt sein, in welcher Zeit die Fachfirma vor Ort sein muss. Bezahlt werde dann nur im Leistungsfall. Kennt die Kommune den Verursacher der Ölspur, was meistens so sei, könne man die Rechnung gleich weiterreichen, „der Verwaltungsakt des Rechnungstellens von uns fällt weg“, erwähnt Schernikau einen weiteren positiven Aspekt.

Während der Jahresversammlung der Feuerwehr Werben äußerte sich Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich lobend in Bezug auf die Arneburg-Goldbecker Ölspur-Pläne. „Ich würde es begrüßen, wenn das zum Trend wird.“ Ohnehin hätten die Kameraden auch nicht die Technik für die geforderte „porentiefe Reinheit, um jetzt mal mit Worten aus der Werbung zu sprechen“. Friedrich gab zu bedenken, „dass Beruf und Ehrenamt immer noch zusammenpassen müssen“. Das Verständnis der Arbeitgeber sei endlich – „verständlich“.

Rochau ist die einzige Mitgliedsgemeinde von Arneburg-Goldbeck, die sich der Ölspur-Ausschreibung nicht anschließen möchte. „Wir sehen aktuell die Notwendigkeit noch nicht“, sagt Bürgermeister Dirk Zeidler, der auch darauf verweist, dass es hier nur eine Firma gebe, die das machen kann. „Nur eine, die rechtzeitig hier sein kann, und für die ist es dann eine Gelddruckmaschine.“ Davon ab komme eine Ölspur ja nun auch nicht so häufig vor, äußert Zeidler.