Seehausen l Allein schon „Xavier“ habe in weniger als zwei Stunden ein enormes Chaor hinterlassen, wie es die Seehäuser Kameraden zuvor noch nicht erlebt hatten, blickte Wehrleiter Enrico Schmidt zurück. Angefangen bei umgestürzten Bäumen auf Straßen, Wegen und Bahnschienen über Bäume auf Häusern und Garagen bis hin zu einem liegengebliebenen Personenzug, der evakuiert werden musste, reichte die Aufgabenpalette, der sich die Seehäuser stellen mussten. 32 Einsätze an einem Tag und am darauffolgenden weitere 22 in der Zeit zwischen 6 und 19.30 Uhr verlangten den Kameraden alles ab. „Herwart“, so Schmidt, war am 29. Oktobver 2017 etwas gnädiger, sorgte aber auch für fünf Einsätze.

128 Einsätze waren es insgesamt 2017 und damit 55 mehr als ein Jahr zuvor. Die Feuerwehrleute rückten zu 20 Bränden (darunter vier Großbrände) aus. Zu den Alarmierungen zählten 2017 außerdem Verkehrsunfälle mit insgesamt 12 verletzten Personen, die Beseitigung von Ölspuren, Tierrettungen, Türnotöffnungen, Tragehilfen und dann eben die Behebung von Sturmschäden. Die Seehäuser Kameraden verzeichneten 7280 Einsatzstunden, dazu kommen noch 1876 Ausbildungsstunden. Insgesamt konnte Schmidt eine Zahl von 9156 Stunden nennen, die die Kameraden tätig waren und dabei sind die Lehrgangsstunden noch nicht einmal enthalten.

Personalbestand

Zum Jahresende betrug der Personalbestand der Seehäuser Feuerwehr 87 Mitglieder, darunter 47 aktive Brandbekämpfer in der Einsatzabteilung. Auf die Jugendwehr (11), die Kinderwehr (6), die Alters- und Ehrenabteilung (11) sowie den Spielmannszug (12) entfallen die weiteren Mitglieder, die allesamt nicht nur die volle Einsatzbereitschaft gewährleisten konnten. Sondern auch dafür Sorge trugen, dass Weihnachtsbaumverbrennen, Maifeuer, Martinsumzug oder auch der Faschingsumzug zu gelungenen Veranstaltungen wurden.

Bilder

Enrico Schmidt sprach weiter an, dass es am größten Teil der Einsatzfahrzeuge keine Mängel gebe. Mindestens zwei Fahrzeuge seien aber auch schon arg in die Jahre gekommen. Als nicht gänzlich zufriedenstellend bewertete er die Bereitstellung der Einsatzbekleidung, vor allem für die Atemschutzträger. Ein großes Lob zollte Enrico Schmidt dagegen dem Förderverein, der auch 2017 dafür sorgte, dass die Kameraden viele schöne Momente erleben durften. Der Wehrleiter hob in diesem Zusammenhang eine Fahrt nach Hamburg mit den Partnerinnen und Partnern hervor.

Ähnlich wie die Kameraden in Osterburg wollen die Seehäuser nun aber auch mehr Werbung in eigener Sache machen. Geplant sei ein Aktionstag, an dem sich die Wehr vorstellt. Kindergärten und Grundschulen sollen dazu eingeladen werden. Das müsse länger geplant und im Haushaltsjahr 2019 berücksichtigt werden.

Worte des Dankes gingen zum Abschluss an alle, die die ehrenamtliche Arbeit der Wehr unterstützen, an die Jugend- und Kinderfeuerwehrwarte und vor allem die Ehe- und Lebenspartner, die den Einsatzkräften im Ernstfall und auch zu Ausbildungszwecken den Rücken frei halten und immer wieder zu Hause auf sie verzichten, wenn die Feuerwehrleute ihrem Dienst nachgehen.