Werben l Zuerst die Haupt-Personalie: Nach mehr als zehn Jahren ist Arne Naundorf aus persönlichen Gründen von seiner Funktion als stellvertretender Leiter der Feuerwehr Werben zurückgetreten. Nachfolger Franz Diedrichs wurde am Sonnabend im alten Bahnhof neben dem Gerätehaus einstimmig als sein Nachfolger gewählt. Er ist seit 1994 mit von der Partie, Verbandsführer und wird in den nächsten zwei Jahren den Lehrgang „Leiter einer Feuerwehr“ absolvieren.

Mit 30 aktiven Kameraden sollte die Feuerwehr Werben gut aufgestellt sein, „aber einige von den Aktiven sind längst Passive“, sagte Ortswehrleiter Michael Nix. Dass bei Einsätzen vor allem in Folge von infrastrukturellen Defiziten mitunter nur noch die Fensterplätze besetzt sind, gelte auch für die Hansestadt. Derart mahnte Nix, der gleichzeitig Verbandsgemeindewehrleiter ist, zu Beginn der Veranstaltung Grundsätzliches an. So müssten die notwendigen Ausbildungen viel kompakter gestaltet werden: lieber eine Woche am Stück und dafür vom Arbeitgeber freigestellt, statt zig Wochenenden hintereinander die „Schulbank“ drücken. Zudem könne es nicht sein, dass Feuerwehrleute im Ehrenamt ausbügeln, was Straßenmeistereien nicht ausreichend bewerkstelligen: die Baumpflege. Stichwort Sturmschäden. „So ein Sturm kündigt sich an, da sollte es von der Straßenmeisterei Bereitschaftsdienste geben. Aber da sind wir auf einem guten Weg“, so Nix.

Der Einsatzleitwagen läuft seit Februar, der neue Hänger ist nach drei Jahren Wartezeit endlich da, TS und hydraulisches Rettungsgerät sind angekündigt – technisch läuft es im Moment ganz gut bei den Werbenern. Wenngleich Nix mahnte, dass der beschlossenen Risikoanalyse und Brandschutzbedarfsplanung auch Folge geleistet werden müsse. „Für 2019 steht bei uns ein neues LF 10/6 im Plan.“

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Die Werbener rückten 2017 zu 21 Einsätzen aus, wegen des Einsatzleitwagens auch über ihren Ausrückebereich hinaus, dann aber mit kleinerem Team. Zu den größten Einsätzen gehörte der Scheunenbrand in Büttnershof, der wegen explodierender Wasserwalzen sehr gefährlich war, der versunkene Pkw in der Elbe, und der Holzstapelbrand in Klein Ellingen neben Gefahrengut. Dazu gab es mehrere Einsätze zur Beseitigung von Sturmschäden.

Technikwart Marco Materna betonte unter anderem, dass die Stadt pro Jahr mindestens zwei neue Brunnen einplanen müsse. Bürgermeister Bernd Schulze versicherte, dass er die Brunnen ganz oben auf den abzuarbeitenden „Problemberg“ packt. Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau warb dafür, dass bei allem Groll, den die Feuerwehren teils zu Recht hegen würden, „wir uns gegenseitig immer unsere Argumente anhören“. Indes gab es im Versammlungsraum auch genügend Grund zur Zuversicht. So konnte die Jugendfeuerwehr 2017 drei Kinder dazugewinnen, ist nun elf junge Kameraden stark. Sogar die mittlerweile seit 28 Jahren bestehende Feuerwehrblaskapelle hat Nachwuchs. Neben dem Rentner Harald Wichmann auch von Benny Jassmann. Der Achtjährige, der am Schlagzeug groß werden will, ist damit das jüngste Werbener Feuerwehrmitglied.