Iden l Blöcke, Hefte, ein Gerät zum Zerkleinern von Gemüse, zwei Vorhänge, ein langes Kabel und ein Stubenwagen für ein Baby: Derlei Wünsche stehen auf den Listen, die am Sonnabend im Gemeindehaus Iden auslagen. Tina Schulze hat sie vorbereitet, bei den syrischen Familien den Bedarf erfragt. 30 Personen leben seit kurzem im Dorf und Tina Schulze hatte aus diesem Anlass zu einem Treffen eingeladen. „Idens neue Nachbarn“ hieß es und das Interesse war groß. Die Initiatorin ist zufrieden. Vor allem, was die Spendenbereitschaft betrifft, war viel Hilfsbereitschaft da. Et­liche Idener trugen sich gleich in die Listen ein, der erste Fernsehtisch hat seine Familie bereits erreicht. „Bei großen Dingen bat ich darum, dass sie direkt an Ort und Stelle gebracht werden“, so Tina Schulze. Wer Kontakt mit den neuen Nachbarn aufgenommen hat, „schwärmt meistens, wie nett sie sind“. Warum auch nicht.

Mobilität ist ein großes Problem

Tina Schulze, die auch beruflich mit Flüchtlingen zu tun hat, teilte auf der Zusammenkunft zunächst Grundsätzliches zum Thema mit. Wie sieht das mit Gesundheitschecks aus? Welches Geld steht den Flüchtlingen zu? Welchen Weg muss ein Asylbewerber gehen und worin bestehen die alltäglichen Herausforderungen. Diese können sich zum Beispiel schon in Form von Zahnschmerzen äußern. Drei der Idener Syrer hatten nämlich welche, zum Glück konnte im Nachgang der Veranstaltung gleich ein Fahrdienst organisiert werden. Die Mobilität sei ein großes Problem. Die Flüchtlinge müssen regelmäßig auch nach Stendal, um Behördengänge zu erledigen. Die Fahrtkosten sind teuer, weswegen die Familien auf Hilfe angewiesen sind.

Lange wurde am Sonnabend über das Thema Müll gesprochen. Aus irgendwelchen Gründen gibt es für eine Wohnung nur eine schwarze Tonne und die war bereits übervoll. Anwohner wunderten sich darüber. Jemand erklärte sich dazu bereit, die Tonne für eine schnelle Lösung erstmal zu leeren. Tina Schulze klemmt sich nun hinter das Problem, besorgt auch eine Mülltrennungsbeschreibung auf Arabisch. „Ich telefoniere viel im Moment.“ Aber es kristallisiert sich bereits ein breiterer Kopf des Idener Netzwerkes heraus. Auch die Familien Blum und Stange nehmen organisatorische Aufgaben wahr. „Wir teilen es uns, dann geht es besser.“ Die Genannten wollen sich auch als Pate für jeweils eine syrische Familie engagieren.

Frühere Deutschlehrer wollen helfen

Zur Freude aller haben sich bereits drei ehemalige Deutschlehrer angeboten, um regelmäßig Unterricht zu geben, wahrscheinlich im Gemeindehaus. „Das ist natürlich toll“, sagt Tina Schulze. Einige von Idens neuen Nachbarn sprechen weder Englisch noch Deutsch, da wird es schwer mit der Verständigung. Zum Glück ist ein Englischlehrer unter den Syrern, er ist wegen der Verständigung wohl auch mit zum Zahnarzt gefahren.

Eine Frau hat angeboten, einen Kaffeenachmittag zu organisieren und auch für die Öffentlichkeitsarbeit, vielleicht eine Internetseite, hat sich schon jemand gefunden – es läuft an. Wer weitere Hilfe anbieten möchte, erfragt den Bedarf bitte bei Tina Schulze unter Telefon 0174/9 59 33 95.