Seehausen l Über das Landeszentrum „Jugend + Kommune“ bekommt die Verbandsgemeinde Seehausen Fördermittel über 21.400 Euro für ein Pilotprojekt in Sachen Jugendarbeit. Der Eigenanteil beträgt zehn Prozent. 

Die Kommunalpolitiker von Stadt und Verbandsgemeinde Seehausen bemühen sich schon länger darum, die Jugend in die Entwicklung der Region einzubeziehen. Seit rund dreieinhalb Jahren gibt es eine Kooperation mit dem Verein „KinderStärken“.

Bisherige Vorzeigeprojekte sind unter anderem die Kinder- und Jugendkonferenzen, gemeinsame Arbeitseinsätze im Waldbad oder in der Petrikirche, ein Benefizkonzert sowie jüngst die Graffiti-Aktion zur Verschönerung des Seehäuser Bahnhofes, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Dabei tragen die langjährige Kooperation mit dem Internationalen Bund bei der Nachwuchsbetreuung, die mobile Jugendarbeit unter dem Dach der Diakonie und anderes mehr dazu bei, dass Seehausen in Sachsen-Anhalt als positives Beispiel für Kinder- und Jugendbeteiligung auf kommunaler Ebene im ländlichen Raum wahrgenommen wird.

In der Verbandsgemeinde wurde inzwischen eine Arbeitsgruppe zur Kinder- und Jugendbeteiligung gegründet, in der neben dem Verbandsgemeindebürgermeister Mitglieder des Stadtrates und sachkundige Bürger mitwirken. Ziel ist es, den Nachwuchs aller Altersklassen und auch mit Behinderungen in Entscheidungsprozesse mit einzubinden, die die Kommunalverfassung über die politischen Gremien nicht so ohne weiteres zulässt. Dafür kann sogar eine Person für eine Beteiligungsmoderation geschult werden.

Außerdem sollen mit den Zuschüssen Projekte in die Tat umgesetzt werden, die aus den Jugendkonferenzen hervorgegangen sind. Dazu gehören zum Beispiel das Aufstellen einer Bücherzelle (eine ausgediente Telefonzelle), das Schaffen einer wetterfesten Sitzgelegenheit, die Unterstützung von Freizeitaktivitäten wie Nachtfußball, weitere Arbeitseinsätze für eine saubere Stadt, das Planen einer Skaterbahn oder Maßnahmen für eine barrierefreie Stadt. Durch Workshops soll den Kindern und Jugendlichen das Bewusstsein für eine aktive Teilnahme an der Gestaltung des eigenen Umfeldes geweckt beziehungsweise gestärkt werden, hieß es unter anderem in dem Antrag, der letztlich mit vier anderen Projekten unter zehn Bewerbern den Zuschlag bekam.