Licherfelde l Die Gemeinde Altmärkische Wische erfuhr bei den Einwohnerzahlen nach der Wende und dem damit verbundenen Strukturwandel in der Landwirtschaft einen besonderen Aderlass. Weil ein Großteil der Flächen von Eigentümern und Pächtern bewirtschaftet wird, die ihre Firmensitze außerhalb der Altmark haben, aber auch, weil der Arbeitskräftebedarf rapide sank, sitzt die Kommune auf Altlasten in Form von Wirtschaftsgebäuden und vor allem von Wohnblöcken. Auch wenn nicht alle Immobilien der Gemeinde gehören, stehen sie den Ortsbildern nicht gut zu Gesicht, obwohl es in der Wische die klassische Eigenheimstruktur ebenso gibt wie in anderen Orten des Umlandes.

Mit dem Dorferneuerungsprogramm tut sich jetzt ein Weg auf, sich von einem Teil der ausgedienten Arbeiterwohnsiedlungen zu trennen. Während diese Zuschüsse vor Jahren noch ausschließlich vergeben wurden, um Häuser, Straßen und Wege zu sanieren ist jetzt offenbar auch die Förderung von Rückbauten möglich und was auch dem ursprünglichen Ansinnen als Gestaltungswerkzeug für das Ortsbild nicht im Weg steht.

So können die Gemeinderäte in ihrer nächsten Sitzung am kommenden Montag, 5. März, die Weichen für den Abriss von zwei Lichterfelder Wohnblöcken (Hausnummern 60 - 65) stellen, in dem sie die Verbandsgemeinde ermächtigen, einen Antrag auf Zuwendungen zu erarbeiten.

Ein zwei Jahre altes Kostenangebot ging von rund 120.000 Euro aus. Das Projekt könnte mit bis zu 75 Prozent gefördert werden. Den Rest müsste die Gemeinde stemmen. Ob es bei der Summe bleibt, ist indes fraglich. Denn Baubetriebe sind derzeit bekanntlich bestens ausgelastet. Und mit den Gesamtkosten würde sich auch der kommunale Eigenanteil entsprechend erhöhen.