Goldbeck l Zuerst sangen die Grundschulkinder, dann ertönte aus ihren Reihen „Freude schöner Götterfunken“ als Flötenspiel. Und von wahrer Freude kann auch die Rede sein angesichts von Montag. Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder hat einen Zuwendungsbescheid ganz genau in Höhe von 1.476.348,29 Euro an Arneburg-Goldbecks Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau übergeben. In der zweiten Stark III-Bewerbungsrunde ist die Kommune tatsächlich zum Zuge gekommen. Sie hat ein kompliziertes Antragsprozedere gewuppt, entsprechend groß der Dank Schernikaus an die Mitarbeiter des Bauamtes.

Für rund 2,1 Millionen Euro soll neben der Sekundarschule eine neue Grundschule aus dem Boden gestampft werden. Für 120 Kinder, mit speziell gedämmten Außenwänden aus Holz, mit Fußbodenheizung, neben Klassen- und Horträumen auch Fachkabinetten und einer Mensa mit Schulküche. Werden die Kinder aktuell aus der Alten Dorfstraße mit dem Bus zur Sporthalle gefahren, sollen sie in Bälde kurze Wege haben. Der Bewilligungszeitraum für den Neubau dauert bis zum 30. September 2019 an. Bis dahin soll das Gebäude stehen.

Zuwendungsbescheid

Nicht umsonst nahm Schernikau und nicht Goldbecks Bürgermeister Torsten Dobberkau den Zuwendungsbescheid entgegen. Die Verbandsgemeinde ist Schulträger und Bauherr, der Eigenanteil in Höhe von rund 600.000 Euro ist in Form eines Kredits in den Verbandsgemeindehaushalt 2018 mit eingeplant. Darüber, ob die Gemeinde Goldbeck diesen Eigenanteil zahlen darf wie geplant, sei die Verbandsgemeinde laut Schernikau noch in Gesprächen mit dem Landesverwaltungsamt. Auch die Mitgliedsgemeinde Goldbeck hat die Summe vorsorglich einkalkuliert.

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Dobberkau sieht im Zuwendungsbescheid einen Meilenstein, sei aber erst so richtig froh, wenn die Schule steht. Und gab kund, dass die Gemeinde auch sehr bestrebt ist, die in den 90er Jahren erbaute Sporthalle auf Vordermann zu bringen. Auch gegenüber in Bezug auf die Sekundarschule soll sich etwas bewegen. Wie Landrat Carsten Wulfänger (CDU) am Montag mitteilte, will der Landkreis (Schulträger) für selbige Stark  III-Mittel für eine Sanierung beantragen. Laut der neuen Bevölkerungsprognose besteht die Sekundarschule den Demographiecheck nämlich doch, nun soll dieser Weg beschritten werden.

Es soll also einiges passieren in der Friedrich-Ebert-Straße. Dank Fördermitteln, „die eigentlich immer nur die Sahne auf dem Kuchen sein sollten“, drückte sich Schernikau aus und warb damit um eine bessere finanzielle Grundversorgung der Kommunen. Auch gab er zu bedenken, dass die Antragsverfahren einfach zu kompliziert seien. Es müsste zu einem früheren Zeitpunkt entschieden werden, wer zum Zuge kommt. Damit nicht unnötig viel Verwaltungsarbeit gebunden wird, um dann am Ende doch nicht gefördert zu werden. Arneburg-Goldbeck aber freue sich nun riesig über den Bescheid. Und laut Manfred Maas aus der Geschäftsleitung der Investitionsbank Sachsen-Anhalt könne sich die Kommune auch auf die Schulter klopfen, „sie gehört zu den 19, die sich unter 68 Antragstellern durchgesetzt haben“.

Schröder kündigte noch das nächste Schulinfrastruktur-Förderprogramm – nun seitens des Bundes – an, von dem auch viele Kommunen in Sachsen-Anhalt profitieren sollen. In puncto Stark III war er am Montag noch in Wolmirstedt zu Besuch. Dort konnte er für das Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium rund 2,35 Millionen Euro übergeben.