Werben l Die Idee zur Vereinsgründung kam Lutz Homann, als er mit seinem Boot von Wittenberge nach Havelberg unterwegs war. „Kurz vor der Einfahrt zum Buhnenhaken sah ich die imposante Kirche von Werben und fragte mich, warum ein fremder Bootsfahrer hier nicht anlegen und die kleinste Hansestadt erkunden kann?“ Am Buhnenhaken gibt es zwar einen Schiffsanleger, private Sportboote dürfen dort aber nicht liegen. Deren Besitzer können ihre „Lieblinge“ zwar über eine Slip­anlage zu Wasser lassen, aber anlegen? Geht theoretisch am Naturufer, man müsste dann übers Bug aussteigen. Aber erstens möchte niemand sein Boot in den Schlamm steuern und zweitens habe man ja auch mal ein Fahrrad mit an Bord. „Nein, das macht keiner“, sagt Lutz Ho­mann, der dem Verein vorsteht und Oliver Bösner als zweiten Vorsitzenden neben sich weiß.

Der Berger hat sein Sportboot des Typs „Windy 24“ seit 2009. Er ist damit auch gern auf Brandenburger oder Mecklenburger Nass unterwegs, „es gibt keine bessere Erholung als die auf dem Wasser“. Und mit dieser Haltung ist Homann bei Weitem nicht allein: Der Ende August gegründete Hanse-Sportbootverein Werben/Elbe hat bereits 18 Mitglieder. „Und es gibt ja rundherum auch so viele Bootsfahrer“, sieht Ho­mann noch viel Potenzial.

Denn je mehr Mitglieder, desto mehr könne auch dem Ansinnen des Vereins Ausdruck verliehen werden: Die Mitglieder wünschen sich, dass am Werbener Buhnenhaken eine Einrichtung zum Anlegen von Sportbooten errichtet wird – „unter Berücksichtigung des Schutzes von Natur und Umwelt“, betont Homann. Bis dato liegen die Boote der Vereinsmitglieder im Sommer überall verstreut: in Arneburg, in Havelberg, in Wittenberge. „Manche haben sie auch zu Hause und lassen sie nur bei Gebrauch ins Wasser, aber dafür wäre mein Boot zum Beispiel zu groß“, so Homann, der in Berge wohnt. Der Verein wolle keine Luftschlösser bauen. Ho­mann spricht erstmal von einer Steganlage samt Strom- und Wasseranschluss, „beides wäre technisch möglich“, habe er sich informiert. Die Abrechnung könnte dann zum Beispiel über einen Hafenmeister erfolgen, „organisatorisch ließe sich das alles klären“.

Aber wer soll den Bau bezahlen? Der Buhnenhaken ist in der Hand der Stadt Werben, die finanziell schlecht aufgestellt ist. Doch vielleicht lassen sich über den Verein Fördergelder generieren, so Homann, der zunächst froh über die Vereinsgründung ist. Und in der Hoffnung, dass der Buhnenhaken vom EU-weiten Schutzgebiet „Natura 2000“ unberührt bleibt – so wie es der Stadtrat Werben, dem Homann seit Kurzem selbst angehört, in seiner Stellungnahme als Wunsch formuliert.

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Wer Mitglied des Hanse-Sportbootvereins Werben/Elbe werden möchte oder anderweitige Fragen hat, kann sich unter Telefon 0172/9 90 28 61 an den Vereinsvorsitzenden Lutz Homann wenden.